(152) Wie geht es meinem Maxi?

von Alain Fux

„Wie geht es meinem Maxi?“, erkundigte sich Frau Uhlmann beiläufig, nachdem sie sich über den Fortschritt der Gärtnerarbeiten informiert hatte. „Er spielt mit seiner Eisenbahn. Es geht ihm gut“, erstattete Dörte Bericht. – „Sehr schön, grüßen Sie ihn ganz lieb von mir. Ich rufe morgen wieder an, dann habe ich vielleicht etwas mehr Zeit und spreche mit ihm. Ach, Dörte, haben Sie sich informiert, was heutzutage in eine Schultüte reinkommt?“ – „Ja, Frau Uhlmann, ich werde die Schultüte vorbereiten. Werden Sie hier sein, um sie Maximilian selbst zu übergeben?“ – „Das weiß ich noch nicht. Aber Sie kriegen das bestimmt auch hin. Also, eine gute Zeit und bis bald.“

Frau Uhlmann legte auf. Sie saß nur mit BH und Höschen bekleidet auf dem Hotelbett. Aufmerksam betrachtete sie sich im Spiegel, drehte sich hin und her. Dann zog sie ihren BH aus und stellte sich direkt vor den Spiegel. Mit den Händen hob sie mehrmals ihre Brüste an und ließ sie wieder fallen.

Heute war René dran. Bereits letztes Jahr hatte sie den Skilehrer kennen gelernt und sich vorgenommen, ihn vollständig zu erkunden. Ihre ganze Erfahrung sagte ihr, dass es heute klappen müsste. Am Tag zuvor hatte sie ihn dazu überreden können, mit ihr eine Wanderung zu unternehmen. Dabei würde sie ihn wild machen und dann ginge es ins Hotel zum großen Finale.

Lissy Uhlmann traf René Klingler vor dem Hotel. Er hatte einen großen Rucksack dabei, in dem sie ein Picknick vermutete. Es lief wie erwartet. Mit der Seilbahn fuhren sie hoch zum Gletscherpalast. Die Aussicht auf das Matterhorn war überwältigend und das Wetter war ein Traum.

Sie wanderten einige Zeit auf dem Gletschergrat Richtung Testa Grigia. Es lief gut. An einer windgeschützten Stelle breitete René eine wasserdichte Decke aus. Dann holte er eine Flasche Prosecco und Gläser aus dem Rucksack und ließ den Korken springen. Die Sonne brach sich in den Perlen des Prosecco und sie lehnte sich dicht an ihn, als sie einander zuprosteten. Natürlich erreichte sie es auch, dass er sie küsste. Er ist ein guter Küsser, dachte sie erleichtert. Einerseits war sie froh, dass es so einfach war, andererseits sollte es aber auch nicht zu schnell gehen. Das Licht war einfach zu intensiv hier oben am Berg. Sie war deshalb nicht enttäuscht, als René ihr etwas später sagte, dass sie aufbrechen mussten. Er hatte einem Freund versprochen, ihm zu helfen, es werde nicht lange dauern.

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