(144) Es war ein frischer Frühlingsnachmittag…

von Alain Fux

Es war ein frischer Frühlingsnachmittag, als das junge Paar mit dem Kinderwagen auf dem Bürgersteig stand und den Anblick des Hauses auf sich wirken ließ. Sie schienen sorglos und fröhlich zu sein, so als ob das ganze Leben vor ihnen läge und seine Arme willkommen heißend nach ihnen ausstreckte. Sie nahmen Erwin aus dem Kinderwagen, hoben ihn hoch und zeigten ihm das Haus. Es war ein schönes Bild: Die Mutter in einem Blumenkleid hielt das Kind in weißer Babykleidung vor der Brust. Neben ihr in einem blauen Anzug mit Krawatte, der Vater, der den Arm schützend um seine kleine Familie legte.

Sie hinterließen bei der Besichtigung einen hervorragenden Eindruck. Die jungen Eltern schauten sich das Haus von innen an, blickten zu den Fenstern hinaus, schlenderten durch den Garten. Sie versuchten sich das Leben vorzustellen, das ihnen das Haus ermöglichen würde und die Geborgenheit, die es ihnen gewähren würde.

Die junge Frau war ganz besonders von dem Garten angetan. Sie war eine große Liebhaberin von Krocket und plante, im Garten ein Spielfeld anzulegen. Sie träumte von ruhigen Sonntagnachmittagen, an denen sie mit ihrer Familie und mit Freunden draußen im Garten saß und ein Spiel Krocket genoss. Der junge Mann war von dem Arbeitszimmer mit der Holztäfelung und den hohen Bücherregalen begeistert, in denen er seine Sammlung unterbringen würde. Der kleine Erwin schien mit allem Freundschaft geschlossen zu haben und krabbelte schon während der ersten Besichtigung vergnügt durch die Zimmer.

Mit Hilfe der Eltern des Mannes und einem bereits zugesagten Bankkredit konnte noch am gleichen Tag der Kauf des Hauses per Handschlag besiegelt werden.

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