(119) Die Tür öffnete sich und ein Fremder trat ein.

von Alain Fux

Die Tür öffnete sich und ein Fremder trat ein. „Wer sind Sie?“ Schlüter sprang erschrocken auf. „Was machen Sie in meinem Büro?“

Der Mann hob beschwichtigend die Hände. „Guten Tag. Herr Schlüter, nicht wahr? Mein Name ist Heinz Reimann, ich bin Kriminalkommissar bei der Kripo. Beschäftigt Ihr Unternehmen einen Fahrer namens Thomas Wendland?“

Schlüter hatte sofort Wendlands Gesicht vor Augen. Junger netter Kerl, sehr intelligent, aber leider nicht sehr zuverlässig. Öfter fiel er aus oder kam zu spät. Schlüter hatte den Eindruck, dass Wendland den Belastungen des modernen Fahrbetriebs nicht gewachsen war.

„Ja, Thomas Wendland ist einer unserer Fahrer. Warum fragen Sie? Ist etwas passiert?“ Schlüter spürte gleich wieder die Schmerzen des Reflux in der Speiseröhre und den Druck auf dem Brustkorb. „Er wird verdächtigt, für einen internationalen Schmugglerring Zigaretten in Ihren Lastwagen transportiert zu haben. Wir haben ihn diese Nacht verhaftet. Die Kollegen vom Zoll haben ihn auf frischer Tat ertappt. Er hat bereits gestanden und ausgesagt, dass im Unternehmen niemand etwas davon wusste. Dennoch bin ich hierhergekommen und habe eine Durchsuchungsanordnung dabei. Ich bitte Sie, mir dabei zu helfen, alle Papiere einzusehen, die mit Herrn Wendland zu tun haben. Insbesondere die Tourenpläne der letzten zwölf Monate.“

Schlüter war ganz benommen. Es war nicht das erste Mal, dass die Polizei im Haus war, aber heute schien es ihm viel mehr auszumachen. Er fühlte sich unwohl. So, als ob er sich gleich übergeben musste. „Ist Ihnen nicht gut, Herr Schlüter? Bleiben Sie sitzen.“ Reimann nahm ein Glas vom Tisch, halbvoll mit Wasser gefüllt und hielt es Schlüter hin. „Danke.“ Schlüter trank einen Schluck. „Entschuldigen Sie, ich bin gesundheitlich angeschlagen. Ich werde Sie natürlich in allem unterstützen. Ich bin geschockt, das hätte ich nicht erwartet.“

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