(59) Bernd lehnte sich an den Kamin…

von Alain Fux

Bernd lehnte sich an den Kamin und feixte: „Die Geschichte war so, wie er erzählt hat. Aber er hat den Schluss weggelassen.“ – „Wie ging es denn weiter?“, drängte Monika neugierig.

Horst hatte sehr schnell herausgefunden, dass Bartels der Rädelsführer der Intrige gewesen war. Er fühlte sich verletzt und sann auf Rache. Die Filmcrew war gespalten. Einige meinten, es wäre ein sehr guter Gag gewesen und das müsse man als Hauptdarsteller vertragen. Andere fanden, dass Bartels zu weit gegangen war.

„Und was glaubst du?“, fragte Monika. Bernd schüttelte den Kopf: „Auf mich kommt es nicht an, ich bin hier bloß der Dackel für alle.“

Bernd fuhr fort zu erzählen. Die Wege zwischen den Drehorten waren zu Fuß zu weit und für ein Auto zu umständlich. Bartels fuhr deshalb mit einem Mountainbike zwischen den verschiedenen Sets hin und her. Horst hatte eines frühen Morgens ein paar Muttern an dem Fahrrad gelöst. Später am Tag, als Bartels gerade einen kleinen Bach überquerte, löste sich das Vorderrad und er schlug der Länge nach ins Bachbett hin. Daher hat er diese Narbe am Kinn. Die Produktion musste an dem Tag ausfallen und der Produzent war auf beide sauer.

„Seitdem herrscht frostiges Nebeneinander zwischen Horst und Olaf“, endete Bernd, „aber sonst sind wir hier beim Film eine große Familie.“ Er schaute aus dem Fenster. „Die Autogrammjäger haben uns gefunden“, bemerkte er und zeigte auf einen Mann vor dem Hotel, der mit einem Foto in der Hand herüberschaute.

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