Tilt Shift Panoptikum

Fiktion. Eine Vielzahl von Geschichten, die miteinander verknüpft sind. Alain Fux.

Monat: November, 2017

(289) Carl Webber wusste von Steve Partridge, dass er bei der Armee arbeitete.

Carl Webber wusste von Steve Partridge, dass er bei der Armee arbeitete. Steve hatte es bei einem Pub-Besuch erwähnt, als er schon reichlich viel getrunken hatte. Sonst war er ja immer sehr diskret, wenn er in den Three Silver Pins kam. Carl war der Besitzer des Pubs und, wie die meisten Wirte, neugierig. Viele Gäste arbeiteten im Marinestützpunkt und machten auch keinen Hehl daraus. Carl wusste, dass sie Schlosser, Elektriker oder sonst was waren. Nur Steve hatte bisher noch nie gesagt, was er genau machte. Carl hatte den Verdacht, dass er für den Geheimdienst arbeitete.

„Noch einen Johnnie, Steve?“ Johnnie Walker war Steves Standardgetränk. Auch dabei hob er sich von den anderen Stammgästen von Carl ab, die hauptsächlich Ale oder Stout tranken. Manchmal auch einen Kurzen, aber nicht immer. Bei Steve war es immer Whisky und er konnte eine Menge davon vertragen. Steve nickte und Carl hielt das Glas unter den Dosierer. „Harter Tag im Job, Steve?“, fragte Carl, als er das Glas auf den Tresen stellte. „War ok.“ Carl musste einem anderen Gast ein Bier zapfen. Als er fertig war, stellte er sich zum Gläserpolieren vor Steve. „Muss ein verdammt interessanter Job sein, wenn ich mir das so vorstelle. Der Traum für jeden Jungen.“ Steve trank und es sah aus, als ob er darüber nachdachte. „Ja, nicht schlecht.“ – „Also für mich wär das nichts. Diese gefährliche Seite und dann die vielen Reisen. Ich kriege ja schon Herzrasen, wenn ich einen James Bond-Film nur sehe.“ Steve musste lächeln. Carl lächelte auch. „Ja, wenn man das ständig macht, dann kommt einem das ja auch nicht so besonders vor. Ha, wie Gläserpolieren, oder?“

Steve lächelte wieder. Carl war glücklich, er schien etwas Zugang zu Steve zu bekommen. „Es gab ja heute irgendwelche Probleme auf der Basis, habe ich gehört. Alles dicht, kilometerlange Staus.“ Steve trank einen Schluck, Carl hing an seinen Lippen. „Ja. Habe ich auch gehört.“ Carl verzog das Gesicht, er hatte Steve wieder verloren. Machte dicht, wie die Basis.

Steve stellte das Glas hin und erhob sich vom Barhocker. Er ging zu der Tür mit der Aufschrift ‚Gents‘. Ein sehr unauffälliger Mann, dachte Carl, solche Leute suchen die. Dann kam Will an den Tresen und bestellte ein Pint Deuchars. Während Carl den Pumpenschwengel zog, sagte er zu Will: „Steve arbeitet beim Geheimdienst, er hat es mir eben gesagt.“ Will nickte. „Das wundert mich nicht. So wie der immer alleine da sitzt und in seinen Drink starrt. Denkt wahrscheinlich an all die Typen, die er über die Klinge springen ließ.“ Dann kam Steve zurück und schwang sich wieder auf den Barhocker. Will nahm sein Ale in Empfang und zahlte. Carl polierte weiter seine Gläser. „Kommt es eigentlich oft vor, dass fremde Mächte versuchen, auf die Basis einzudringen?“ Darauf antwortete Steve nicht mehr und Carl erkannte, dass er den Bogen überspannt hatte. Er verzog sich ans andere Ende des Tresens, denn einen so guten und regelmäßigen Kunden wie Steve wollte er nicht verlieren. Schließlich hatte Steve seinen Drink ausgetrunken, stand auf und ging zur Tür hinaus. Kaum war er draußen, erzählte Carl anderen Gästen von Steves Job und schmückte sein Unwissen mit Versatzstücken aus Spionagefilmen aus, die er mal gesehen hatte. In seiner Schilderung wurde Steve zu einem Superagenten.

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(288) Joy Adamson saß in der Kantine des Marinestützpunkts…

Joy Adamson saß in der Kantine des Marinestützpunkts und hatte einen guten Fensterplatz ergattert. Von dort aus sah sie, wie Suchtrupps zwar geordnet und systematisch, aber dennoch nervös die Gebäude des Stützpunkts durchkämmten. In der Kantine war es so laut wie sonst nie, weil alle, die hier unfreiwillig festgehalten wurden, sich austauschten, was denn überhaupt los sei und wann sie endlich wieder nach Hause gehen konnten. Bisher hatte es keine Ankündigung gegeben, was vorgefallen war. Nur so viel, dass es zu einem Sicherheitsfall gekommen sei. Wenigstens hatte man hinzugefügt, dass kein nuklearer Störfall vorlag.

Joy Adamson war zwar nur als Putzfrau auf der Basis tätig, wusste aber genau was vorgefallen war. Die Zigarettenkippe hatte sie nämlich selbst platziert. Sie war jetzt schon seit 23 Jahren auf der Basis tätig und hatte dabei erkannt, dass man sie überhaupt nicht wahrnahm. Natürlich musste irgendjemand den Top Secret Post sauber machen. Hatte sich noch nie jemand Gedanken gemacht, dass es sonst eine zentimeterdicke Staubschicht in dem Raum geben müsste? Wahrscheinlich dachten die vier hohen Offiziere, dass die jeweils anderen drei sich darum kümmerten. Sie musste bei dem Gedanken für sich kichern. Sie hatte, seit es den Raum gab, eine Zugangsberechtigung, die auch noch funktionierte, nachdem zusätzlich der Augenscan eingeführt worden war.

Die Zigarettenkippe war ein Racheakt gewesen. Sehr unzeremoniös hatte ihr Chef, dieser Schnösel von Steve Partridge, ihr mitgeteilt, dass man ihre Arbeit künftig nicht mehr benötigte, weil eine externe Firma das übernehmen würde. Hatte er ihr einfach so gesagt und erwartet, dass sie Danke sagte für die miese Abfindung, die man ihr bot, und dann ohne Umschweife den Raum verließ. Sie hatte weinen müssen. Es kam so plötzlich und sie war ein emotionaler Mensch. Sie hatte sich immer für die Basis eingesetzt und hatte die besten Beziehungen zu vielen Soldaten. Auch hohen Offizieren, die mehr Charakter im Schnürsenkel hatten als Steve Partridge im ganzen Leib. Aber sie hatte es ihm heimgezahlt. Denn die Zigarette, die sie in dem Top Secret Post platziert hatte, war von Partridge geraucht worden.

Sie hatte ihn beobachtet, wie er hinter dem Bürohaus gierig eine Marlboro rauchte und sie dann achtlos auf den Boden warf. Vom Fernsehen wusste sie, dass man ihn damit identifizieren könnte. Alle hatten ja irgendwelche Proben abgeben müssen. Man hatte ihr ein Wattestäbchen dafür in den Mund gesteckt. Zur Sicherheit hatte sie die Zigarette nur mit Handschuhen angefasst. Aber da sie ja auf der Basis immer mit Gummihandschuhen herumlief und den Dreck anderer Leute aufsammelte, fiel das alles nicht auf. Und, man nahm sie ja auch nicht wahr. Meistens.

Im Fernsehen ging das ja immer rasend schnell, wenn eine Kippe oder ein Haar untersucht wurden. Kaum gefunden, schon gab es ein Täterprofil. In Wirklichkeit war das bestimmt nicht so und Joy Adamson fragte sich, wie lange es dauern würde, bis Steve Partridge einen unangekündigten Besuch kriegen würde. Schade, dass sie nicht dabei sein würde.

(287) Eigentlich hätte Captain Edward Peely jetzt mit seiner Familie am Strand der Costa del Sol liegen sollen.

Eigentlich hätte Captain Edward Peely jetzt mit seiner Familie am Strand der Costa del Sol liegen sollen. Stattdessen stand er im abgedunkelten Hotelzimmer und sprach in sein abhörsicheres Mobiltelefon. Die Sicherheit war zwar nicht optimal, aber zumindest hatte er Zimmer 241 nach Wanzen abgesucht und nachgeschaut, dass die Nachbarzimmer auch wirklich leer waren. „Können Sie mir den Stand zusammenfassen, Commander Sturgess.“ Peely war auf dem Marinestützpunkt Faslane für die innere Sicherheit verantwortlich. Jon Sturgess, ein ambitionierter aber solider Mann, war sein Stellvertreter. Ausgerechnet während Peelys Urlaub hatte es einen Alarm gegeben und man hatte die Basis völlig abriegeln müssen.

„Ich ging vorschriftsgemäß um 14 Uhr in den Top Secret Post, um das All-clear einzugeben. Vorher war ich um 12 Uhr dort und da war alles in Ordnung. Um 14 Uhr fand ich allerdings unter dem Schreibtisch eine Zigarettenkippe. Ich habe sofort den Alarm ausgelöst. Der Stützpunkt kam in Lock-Down Modus und es wurde nach unautorisiertem Personal gefahndet.“

Der Top Secret Post war das Herzstück des Stützpunkts, wo der Computer mit der höchsten Sicherheitsstufe stand und über den der gesamte Kommunikationsverkehr für die U-Boot-Flotte lief. Nur vier Personen hatten Zugang zu dem Raum: der Befehlshabende Offizier des Stützpunkts, sein Stellvertreter, Peely und Sturgess. Natürlich war in dem Raum das Rauchen untersagt, aber keiner der vier rauchte. Es musste ein Unbefugter dort eingedrungen sein.

„Haben Sie die Zugangslogs überprüft?“ – „Ja, negativ.“ – „Welche Marke war es?“ – „Marlboro, Sir. Der Stummel wird bereits im Labor auf DNA-Spuren untersucht.“ – „Wie ist der Status des Stützpunkts?“ – „Alarmstufe Rot. Wir sind streng nach Vorschrift vorgegangen, Sir. Alle Zufahrtswege sind gesperrt. Das Personal, das um 14 Uhr auf dem Stützpunkt war, ist immer noch dort. Zusätzlich haben wir das Personal, das die Basis nach 12 Uhr verlassen hat, inzwischen zurückgeholt und bis auf Weiteres in der Kantine festgesetzt. Keine weiteren Personen werden auf das Gelände gelassen.“ – „Was sagen die Geheimdienstler?“ – „Wenig. Ich habe den Eindruck, dass sie ratlos sind. Wenn Sie erlauben: Ich bin es auch, Sir. Einerseits ist es unvorstellbar, dass jemand die Sicherheitsvorkehrungen durchbricht und in den Raum gelangt, ohne dass etwas darüber in den Logs steht. Andererseits ist es ebenso unvorstellbar, dass so jemand in dem Top Secret Post eine Zigarette raucht und die Kippe dann unter den Tisch fallen lässt.“ Peely nickte. „Mir fällt nur ein: Sind Sie sicher, Commander Sturgess, dass Sie die Kippe nicht unter dem Schuh hatten, als sie reingingen?“ – „Ja, Sir. Die Kippe war nicht zerdrückt, wie es der Fall sein müsste. Ich hatte daran gedacht, aber diese Möglichkeit scheidet aus.“ – „Können Sie mich zum Befehlshabenden durchstellen.“ Sturgess ging aus der Leitung und Peely wartete. Es war an seinem Vorgesetzten zu entscheiden, ob Peely seinen Urlaub abbrechen musste oder nicht. Seine Familie würde er erst einmal in Spanien lassen. Wegen einer Kippe. Gleichzeitig lächerlich und unvorstellbar. Peely fragte sich, ob der Vorfall und die Tatsache, dass er nicht auf der Basis war, ein gutes oder schlechtes Licht auf seine Karriere warf. Er wurde in seinen Gedanken unterbrochen, als Sturgess ihm sagte, dass der Befehlshabende sich bei ihm melden werde.

(286) Helensburgh lag an einer weiteren Meeresbucht, dem Gare Loch, 30 Meilen vor Glasgow.

Helensburgh lag an einer weiteren Meeresbucht, dem Gare Loch, 30 Meilen vor Glasgow. Fraser mochte es, gemütlich durch die Highlands zu fahren und dabei seinen Gedanken nachzuhängen. Das unterschied ihn von diesen hypernervösen Londonern, die ständig am Rande des Nervenzusammenbruchs waren.

Eine Viertelstunde vor seinem Ziel sah er plötzlich eine stehende Wagenkolonne vor sich. Etwa eine halbe Meile weiter vorne befand sich ein Kreisverkehr, bei dem die rechte Ausfahrt schnurstracks in den Marinestützpunkt Faslane einbog. Genau wie die Autofahrer vor ihm machte auch Fraser den Motor seines Landrovers aus. Im Rückspiegel erkannte er, dass bereits weitere Autos hinter ihm aufgereiht waren. Er lag gut in der Zeit und irgendwann würde es auch wieder weitergehen. Der Filmheini wäre bestimmt schon ausgeflippt und hätte einen Helikopter bestellt. Fraser schaltete das Radio ein, um zu hören, ob es irgendwelche Verkehrsdurchsagen gab. Hoffentlich hatte es keinen Störfall auf der Basis gegeben. Immerhin war es der wichtigste Stützpunkt der britischen nuklearbetriebenen U-Boote. Zu allem Überfluss hatten viele der Boote auch noch Trident-Raketen an Bord. Doppelte Gefahr sozusagen. Er schaute durch die Windschutzscheibe in den Himmel, konnte aber keinen Rauch oder sonstige Unregelmäßigkeiten erkennen. Vor allem keinen Atompilz, hielt er belustigt fest. In den Wagen vor ihm stiegen ein paar Männer aus, um eine zu rauchen oder sich die Füße zu vertreten. Fraser schaute auf die Uhr und rief seinen Transporteur an. „Ich werde mich verspäten. Hänge in Faslane in einem Stau fest. Warten Sie mit dem Einladen, bis ich da bin. Verschiedene Stücke bringen wir gleich zur Deponie, die stellen wir ganz hinten rein.“ Der Fahrer sagte, dass er schon da sei und einfach auf Fraser warten würde. Dann rief Fraser das Auktionshaus an und informierte sie über seine Verspätung. Die Frau am Telefon sagte, dass ihr Kollege wohl im gleichen Stau gefangen sei, Fraser solle sich also keine Gedanken machen. Wenigstens das, dachte Fraser. Er hoffte, dass der Transporteur keine Überstunden berechnen würde. Bei der Zeit, die Fraser schon auf LKWs hatte warten müssen, wäre das unfair.

Im Stau tat sich nichts. Der Autofahrer vor ihm hatte sein Fresspaket auf der Motorhaube ausgepackt und aß ein Sandwich. Fraser merkte, dass er auch Hunger bekam. Vielleicht gab es ja eine Demo bei der Marinebasis. Aber nein, diese waren ja immer im Februar und das hätte er mitbekommen. Vielleicht war es einfach nur ein Spion, der eingedrungen war. Vielleicht würde in Kürze auf der Gegenfahrbahn ein silberner Aston Martin auftauchen, in dem James Bond den Schurken jagte. Ein weiterer Schotte, James Bond. Vater stammte aus Glencoe. ‚Ha‘, dachte Fraser, ‚da hätte ich mal entlang fahren sollen, anstatt über Inveraray. Zwar eine halbe Stunde länger, aber keine Staus.‘ Der Fahrer vor ihm war mit seinem Sandwich fertig und stieg wieder in das Auto. Frasers Magen knurrte. Vielleicht sollte er einfach umkehren und den Umweg am Loch Lomond entlang fahren.

(285) Gut gelaunt öffnet Bernard Fraser die Tür zu seinem Antiquitätenladen in Oban.

Gut gelaunt öffnet Bernard Fraser die Tür zu seinem Antiquitätenladen in Oban. Er hatte bei einer Versteigerung den gesamten Hausstand einer verstorbenen Witwe gekauft und dabei ein paar sehr interessante Stücke ergattert. Bei ein paar davon hatte er sogar schon Abnehmer. Wie dieser protzige Filmheini Zonfeld, der in Port Appin ein Ferienhaus besaß. Fraser hatte tatsächlich drei Stühle gefunden, die fast identisch zu den drei waren, die er Zonfeld vor einem Jahr verkauft hatte. Er hatte gleich am Vortag angerufen und eine Nachricht hinterlassen.

Fraser schaute die Post durch – nichts Wichtiges. Er musste in drei Stunden in Helensburgh sein, um die ersteigerten Möbel in Empfang zu nehmen. Er beschloss, noch einmal bei Zonfeld anzurufen.

Das Telefon klingelte lange, bevor sich ein Mann mit einem Grunzen meldete. „Mr Zonfeld?“, fragte Fraser und erhielt ein weiteres, bestätigendes Grunzen. „Bernard Fraser hier. Ich hatte gestern eine Nachricht hinterlassen.“ Noch nie hatte Fraser bei einem Kunden eine solche Begeisterung ausgelöst. „Fraser! Großer Gott, endlich! Sie ahnen ja nicht, wie wir nach Ihrer Nummer gesucht haben.“ – „Naja“, sagte Fraser, „die Nummer steht im Telefonbuch. Kein Geheimnis.“ – „Sehen Sie, auf diese einfache Lösung wären wir nicht gekommen. Da sind Sie uns weit voraus. Schön, dass Sie noch einmal anrufen. Ich habe gerade Rupert Morlar, den Regisseur, bei mir. Wir sind sehr gespannt darauf, was Sie für uns haben.“ – „Also Mr Zonfeld, es geht um Stühle…“ – „Aha, Stühle, sehr gut. Ionesco, Dreizehn Stühle… Fahren Sie fort.“ – „Nein, Mr Zonfeld, es sind nur drei Stühle.“ – „Sehr gut, ich sehe. Drei Stühle für drei Akte. Eine hervorragende Idee.“ Fraser war etwas verwundert und fragte sich, ob Zonfeld unter Drogen stand. Bei diesen Filmleuten wäre das nicht verwunderlich. „Ich kann gerne später noch einmal anrufen, Mr Zonfeld, wenn es jetzt nicht so gut passt…“ – „Nein, auf keinen Fall. Mein lieber Fraser. Entschuldigen Sie, dass ich Sie ständig unterbreche, aber es ist die Freude, Sie endlich am Telefon zu haben. Also: wie geht es jetzt weiter mit den drei Stühlen. Wie sehen aus?“ – „Nun, sie sind wirklich identisch zu den drei anderen. Wenn man sie nebeneinanderstellt, wird man keinen Unterschied feststellen können.“ – „Aha, es sind alles insgesamt sechs Stühle.“ – „Ja, die drei, die wir bereits hatten und jetzt drei neue, die bei einer Versteigerung aufgetaucht sind.“ – „Erzählen Sie mehr über die Versteigerung.“

Das war doch nicht zu fassen. Zonfeld machte sich lustig über ihn. Dachte wohl, weil er ein toller Hecht aus London sei, könne er mit Ladeninhabern aus der Provinz so umspringen. Aber da war er an den Falschen geraten. „Wissen Sie, Mr Zonfeld. Ich überleg‘ mir das noch einmal. Ich weiß nicht, ob das etwas für Sie ist. Ich melde mich wieder.“ Fraser legte auf. Er gehörte zum Clan der Frasers of Lovat und er hatte seinen Stolz.

(284) Rupert erreichte seinen Freund, der ein guter Bekannter von Colin Firth sein sollte…

Rupert erreichte seinen Freund, der ein guter Bekannter von Colin Firth sein sollte, im ‚Level 229‘, einem Club in Soho. Die Musik im Hintergrund war sehr laut und die beiden konnten sich kaum verstehen. Rupert schickte eine SMS, die prompt beantwortet wurde mit ‚Jetzt gleich?!‘ Es stellte sich dann heraus, dass es keine direkte Beziehung gab, aber ein weiterer zwischengeschalteter, sehr guter Freund. Dieser lag schon im Bett, ging aber dennoch ans Telefon. Er hatte tatsächlich zwei Telefonnummern von Colin Firth, musste deswegen aber seinen Laptop hochfahren. Er wusste auch nicht, welche Nummer gültig war. Die erste Nummer führte zu einer Voicemailbox, die aber keine Ansage hatte, sodass Rupert nicht wusste, wem er eine Nachricht hinterließ. Auf jeden Fall bat er Colin Firth um Rückruf, es ginge um Leben und Tod. Die zweite Nummer schien umgeleitet zu sein. Es klang wie amerikanisches Telefonklingeln. Tatsächlich meldete sich eine weibliche Stimme mit amerikanischem Akzent. Rupert trug seine Bitte vor. Die Stimme sagte: ‚Bleiben Sie dran.‘, dann war er in der Warteschleife. Oscar stand daneben und freute sich. „Das sieht vielversprechend aus!“ Er schenkte sich und Rupert noch einen Whisky aus. Die Warteschleifenmusik dudelte weiter. Fast wäre Rupert eingeschlafen, als sich die Stimme wieder meldete: „Ich stelle Sie jetzt durch zu Mr Firth.“ Und dann war tatsächlich Colin Firth in der Leitung und schien sich sogar an den Mann zu erinnern, von dem Rupert die Nummer hatte. „Was kann ich für Sie tun?“ Rupert fragte ihn, ob er die Nummer von David Seidler habe. „Oh, Sie meinen der Drehbuchautor von The King’s Speech? Ich habe ihn getroffen und bestimmt war in irgendeinem Papier auch seine Telefonnummer. Aber die muss in England sein. Tut mir leid.“

Rupert schaute Oscar an und zuckte mit den Schultern. „Aber, mir fällt gerade ein, wir haben hier in den USA den gleichen Agenten. Rufen Sie den an, der hat sie bestimmt. Grüßen Sie von mir.“ Firth gab Rupert eine Telefonnummer, dieser bedankte sich. Sofort rief Rupert den Agenten an, Firth hatte ihm die Mobilnummer gegeben. Als der Agent dran war, gab Rupert die Grüße weiter, fragte nach der Telefonnummer und bekam sie ohne Umschweife. Oscar rieb sich die Hände. „Das wird was, wir kommen der Sache näher!“ Rupert wählte Seidlers Nummer und hatte den Autor selbst im Handumdrehen in der Leitung. Im Hintergrund war Meeresrauschen zu hören. Seidler, ein älterer Herr, klang sehr entspannt und freundlich. Rupert fragte ihn nach Frasers Nummer. Seidler sagte, er schaue nach und kam dann zurück, um zu sagen, dass er die Nummer nicht dabei habe. „Frag ihn, ob er jemand kennt, der uns weiterhelfen kann“, sagte Oscar ungeduldig. Rupert gab die Frage weiter. Seidler bedauerte, er hatte alle diese Telefonnummern in einem Büchlein und dieses habe er gerade nicht dabei. Rupert bedankte sich und legte auf.

„Wir waren so nah dran! So nahe“, Oscar schlug sich mit der flachen Hand an die Stirn. „Lass uns überlegen, wer uns sonst noch weiterhelfen kann“, sagte Rupert. Sie setzten sich beide hin und während sie nachdachten, schliefen sie ein.

(283) Irgendwie sind wir nicht vorangekommen.

„Irgendwie sind wir nicht vorangekommen.“ Rupert Morlar erhob sich aus dem Sessel am Kamin und schaute durch das Panoramafenster hinaus auf Loch Linnhe. Die Sonne würde in Kürze hinter den Hügeln auf der anderen Seite der lang gezogenen Meeresbucht untergehen. Eines musste er Oscar Zonfeld lassen: Sein Ferienhaus im schottischen Port Appin war vom Feinsten. Aber deshalb war Oscar der Produzent und Rupert der Regisseur. „Ich denke, wir haben schon gute Fortschritte gemacht, um ein gemeinsames Projekt zu finden. Zumindest haben wir viel Müll verworfen.“ Rupert nickte. Das letzte Drehbuch, das sie vorher besprochen hatten, handelte von einem behinderten Jungen, der Todesfälle vorhersehen konnte. Aber das Drehbuch wusste nicht, ob es ein Thriller, ein Sozialdrama oder eine Komödie sein wollte. Außerdem war bei einem solchen Stoff nie klar, mit welchen Interessensgruppen man Konflikte haben würde. Im Zweifel, Nein, hatten sie beschlossen. Sie hatten sich in Schottland zurückgezogen, um Filmideen zu sondieren und auszuwählen. Den ganzen Tag hatten sie gearbeitet und jetzt waren alle Ideen, die sie mitgebracht hatten, verworfen. Sie hatten vorgehabt, drei Tage zusammen zu arbeiten, und jetzt hatten sie bereits am ersten Tag nichts mehr in den Händen. „Was machen wir jetzt?“, fragte Rupert. „Wir gehen jetzt essen. Ich habe einen Tisch im Airds Hotel reserviert.“

Das Airds Hotel war ein luxuriöses Landhotel mit einer hervorragenden Küche. Nach dem Essen saßen sie mit einem Whisky in der Hand am prasselnden Kaminfeuer. Sie waren bester Laune, denn während des Abendessens hatte sie zusammen bereits drei Flaschen Rotwein geleert.

„Das ist wirklich eine tolle Gegend „, sagte Rupert. „Auf dem Weg hierher habe ich eine Burg gesehen, die genau so aussah, wie eine Burg aussehen soll.“ – „Das war Castle Stalker. War in „Holy Grail “ von Monty Python und in ‚Highlander‘. Wirklich tolle Kulisse“, bestätigte Oscar. „Leider etwas abgelutscht.“ Rupert nickte und sie tranken weiter Whisky. Als sie schließlich aufbrachen, waren sie zwar ziemlich betrunken, aber die kalte Meeresluft auf dem Heimweg erfrischte sie wieder. „Die Lampe des Anrufbeantworters blinkt“, sagte Rupert. Oscar drückte auf den Abspielknopf. Eine Stimme sagte: „Hier ist Bernard Fraser. Ich habe etwas für Sie, rufen Sie mich schnell zurück.“ – „DER Bernard Fraser?“, fragte Rupert. „Wer?“ – „Der Bernard Fraser, der im letzten Jahr den Oscar für das beste Originaldrehbuch bekommen hat, Thirty-Seven Passions.“ – „Scheiße!“, jetzt war auch Oscar hellwach. „Und ausgerechnet dann sind wir nicht da. Wahrscheinlich hat er ein Drehbuch für uns. Ganz Frisch. Exklusiv!“ Sie hörten die Nachricht noch einmal ab. „Verdammt, er hat keine Nummer hinterlassen!“ Sie schauten nach in den Kontaktlisten ihrer jeweiligen Smartphones. „Nein, habe ihn nicht“ – „Ich auch nicht. Wo wohnt er?“ – „LA oder London.“ – „Wer kennt ihn?“ – „Ich glaube, David Seidler ist ein guter Freund von ihm.“ Sofort stürzten sie sich wieder auf ihre Smartphones. „Habe ich auch nicht.“ – „Dito. Wer kennt David Seidler?“ – „Coppola, wegen Tucker.“ – „Zu lange her.“ – „Ich habe einen Freund, der Colin Firth gut kennt.“ – „Na los, schnell, wir dürfen keine Zeit verlieren. Exklusiv!“

(282) Carsten sprach nicht viel.

Carsten sprach nicht viel. Sogar wenn er mit Linda Lohrer, seiner Mutter, alleine war, schien er immer nur seinen Gedanken nachzuhängen. Sie hatte ihm auch andere Bücher zum Lesen gegeben, aber nachdem er kurz hineingeschaut hatte, ließ er sie liegen und konzentrierte sich auf das Lexikon, das Linda ihm einmal aus einem Antiquariat mitgebracht hatte. Ansonsten brauchte er nur hin und wieder ein Malbuch und neue Buntstifte und dann war er wieder glücklich. Sie war froh, dass er zum Schießstand mitkam. Es wäre zu teuer, einen Babysitter für ihn zu organisieren, und Linda hatte eigentlich keine andere Freude, als die Zeit, die sie dreimal in der Woche mit den anderen Frauen auf dem Schießstand verbrachte.

Wenn Linda mit den Frauen nach dem Schießen noch einen Kaffee trinken ging, nahm sie Carsten selbstverständlich mit und auch hier, war es überhaupt kein Problem. Die anderen Gäste des Cafés kannten ihn bereits.

An einem Tag saßen die Frauen im Café und sprachen über Frau Mantel, die von ihrem Männerhass völlig eingenommen schien. Sie sprachen gerade darüber, dass es vielleicht besser sei, wenn sie ihre Waffe abgeben würde, bevor noch ein Unglück geschah. Als Frau Preuss das sagte, schaute Carsten unvermittelt auf und schrie ganz laut: „Frau Mantel. Bummbumm. Tod!“ Linda war erschrocken und versuchte Carsten zu beruhigen, aber es gelang ihr nicht. Er wiederholte ständig die gleichen Worte. Linda musste ihren Sohn nach Hause bringen. Am nächsten Tag rief Frau Preuss an und sagte, dass Frau Mantel am Abend vorher einen Mann auf der Straße erschossen hatte. Er habe sich ihr unsittlich genähert.

Eine Woche später saßen die Frauen wieder im Café und Carsten schrie plötzlich: „Onkel Kowalewski. Flammen. Tod!“ Den Frauen wurde es unheimlich. Frau Sackenreuther erbot sich, bei Herrn Kowalewski nachzusehen. Nach ein paar Minuten kam sie zurückgelaufen und meldete, dass Flammen aus dem Schießstand hervorschossen. Die Feuerwehr wurde gleich alarmiert. Der Schießstand brannte nieder. Als sicher war, dass keine Gefahr mehr bestand, dass Munition explodierte, fand man die Leiche von Herrn Kowalewski in den niedergebrannten Überresten. Seltsamerweise war seine Zigarre immer noch nicht angezündet. Das sagte ein Feuerwehrmann den Frauen, die in dem Café verblieben waren.

Mit Grauen schauten die Frauen zu Carsten, der am Tisch saß und mit Buntstiften in seinem Malbuch kritzelte. Frau von Hülsen war die erste, die danach etwas sagte. „Ich glaube, wir werden der Polizei davon erzählen müssen, Linda. Das kann doch kein Zufall sein.“ Linda stand sichtlich unter Schock. Sie antwortete nicht, beobachtete nur Carsten, wie er auf dem Feuerwehrauto die Umrisse der Zahl ‚263‘ mit gelber Farbe füllte.

(281) In der Frauengruppe an Kowalewskis Schießstand waren neben Annegret Preuss noch vier weitere Frauen.

In der Frauengruppe an Kowalewskis Schießstand waren neben Annegret Preuss noch vier weitere Frauen.

Carmen Mantel war Mitte Zwanzig und schien Frau Preuss etwas paranoid zu sein. Sie hatte als einzige einen Waffenschein und trug bei abendlichen Spaziergängen immer eine Pistole bei sich. Es war nicht klar, ob sie sich damit bei ihren Spaziergängen schützen wollte oder ob sie spazieren ging, um bei Gelegenheit, die Waffe gegen einen Angreifer einzusetzen. Frau Mantel hatte Herrn Kowalewski gefragt, ob sie Fotos von Männern an die Zielscheibe hängen durfte, er hatte es aber abgelehnt.

Frau Sackenreuther kam zum Schießen, weil sie neben dem Schießstand wohnte und sie gerne etwas mit anderen Leuten unternahm. Sie schoss nicht sehr gut und Herr Kowalewski hatte sie bereits mehrmals gewarnt, nicht mit der Pistole in der Hand ein Schwätzchen mit der Standnachbarin zu halten. Frau Sackenreuther entschuldigte sich dann, legte die Pistole an ihren Platz und fuhr mit dem Schwätzchen fort. Kowalewski konnte ihr nicht böse sein, denn ziemlich oft brachte sie ihm selbst gebackenen Marmorkuchen mit, den er sehr gern mochte.

Dann war da noch die Seniorin, Frau von Hülsen. Früher war sie eine begeisterte Bogenschützin gewesen und hatte sich fast sogar für eine Olympiateilnahme in Mexiko 1968 qualifiziert. Jetzt war sie Mitte Sechzig und litt unter einer chronischen Sehnenscheidenentzündung im Schultergelenk der Zughand. Ihr Arzt hatte ihr gesagt, dass sie mit dem Bogenschießen aufhören musste. Deshalb war sie auf Pistolenschießen umgestiegen. Seit drei Jahren arbeitete sie verbissen daran, ihre persönlichen Bestleistungen immer weiter zu verbessern. Aber sie wusste schon, wo das nächste Hindernis herkommen würde: Ihre Augen wurden immer schwächer und die Vorstellung, mit einer Brille am Schießstand zu stehen, verletzte ihre Eitelkeit.

Schließlich gehörte auch noch Linda Lohrer zu der Gruppe. Sie war Anfang Vierzig und hatte einen geistig behinderten Sohn, den sie mit Erlaubnis von Herrn Kowalewski mit zum Schießstand brachte. Carsten Lohrer war zwanzig, aber im Entwicklungsstadium eines Sechsjährigen hängengeblieben. Er saß mit seinen Ohrschützern in der Ecke und kritzelte mit Buntstiften in einem Malbuch oder las in einem alten Lexikon, das er immer dabeihatte. Am Anfang hatte Kowalewski Sicherheitsbedenken gehabt, aber als er sah, dass der Junge auch bei voller Geräuschkulisse schussfest war, willigte er ein. Manchmal gab er Carsten ein Stück Marmorkuchen ab. Dafür bekam er von dem Jungen eine Zeichnung, auf die Carsten ‚Für Onkel Kowalewski‘ geschrieben hatte.

Wenn die Frauen fertig geschossen hatten, gingen sie meistens noch zusammen etwas trinken in das Café nebenan. Alle außer Frau Mantel, die immer andere Gründe anführte, warum sie nicht mitgehen konnte. Keiner glaubte ihr, aber ihre Anwesenheit wurde auch nicht sonderlich vermisst.

(280) Frau Preuss hatte es auch mit Boxen versucht…

Frau Preuss hatte es auch mit Boxen versucht und es hatte ihr besser gefallen, als erwartet. Guillermo wäre sicher erstaunt gewesen, denn es war ihm bestimmt nur darum gegangen, ihr zu bedeuten, sie möge sich mal die Fresse polieren lassen. Im Schnupperkurs Boxen fand Frau Preuss heraus, wonach sie eigentlich suchte. Sie brauchte kontrollierte Aggression, um ihren aufgestauten Gefühlen freien Lauf zu lassen. „Nicht einfach nur auf die Kacke hauen“, sagte Ray Grabowskis, der Boxlehrer, ein kleiner gedrungener Sechzigjähriger mit Blumenkopfohren und schiefer Nase. „Wenn Du draufhaust, dann auf ein Ziel zehn Zentimeter hinter dem Kopf. Und schlag erst, wenn du das Ziel hast.“ Nach einer Trainingsstunde war Frau Preuss ausgepowert, aber glücklich. Jeder Schlag gegen den Sandsack fühlte sich gut an, bis hinunter zur Becken-boden-muskulatur, dachte sie zufrieden. Trotzdem brach sie das Training ab. Was sie störte, war der herb-animalische Geruch in der Boxhalle. Normalerweise trainierten hier nur Männer. Nur an dreimal zwei Stunden pro Woche war die Halle für Frauen reserviert. Aber der Geruch von kämpfenden Männern musste sich über die Jahrzehnte tief in die Bausubstanz eingefressen haben und verleidete Frau Preuss den Aufenthalt. Grabowski bedauerte es. „Du hast den Killerinstinkt, Annegret. Aber ich kann nicht wegen dir umziehen.“ Sie hatte es mit Parfüm getränkten Wattebäuschchen in der Nase versucht, aber dadurch kam sie zu schnell aus der Puste. „Wie wäre es mit Schießen“, sagte Grabowski ihr zum Abschied. Er gab ihr die Adresse eines Schießstands, den ein Freund von ihm leitete.

Willi Kowalewski hieß Frau Preuss willkommen. Auch er bot einen Schnupperkurs an, und zwar im Pistolenschießen. Es gab sogar eine Frauengruppe, die sich dreimal in der Woche zum gemeinsamen Schießen traf. „Die meisten wollen nur Spaß haben“, sagte Kowalewski, ein dicker behäbiger Mann unbestimmten Alters, der meistens mit einer nicht angezündeten Zigarre im Mund herumlief.

Nach einer gründlichen Sicherheitseinweisung durfte Frau Preuss endlich selber schießen. Kowalewski zeigte ihr verschiedene Positionen, wie sie dabei die Pistole halten konnte. „Dann gibt es noch die sogenannte ‚Rock the Baby‘-Stellung, die sich gerade für Frauen anbietet. Sie halten die Pistole mit der rechten Hand. Die linke greift den rechten Ellbogen und die rechte liegt auf dem Ellbogen der linken. Jetzt haben sie die Arme auf Schulterhöhe. Perfekt. Das gibt viel Stabilität. Die Stellung wurde von Chic Gaylord erfunden, ein wirklich legendärer Hersteller von Holstern.“ Frau Preuss visierte die Zielscheibe an und drückte ab. Im gleichen Augenblick wusste sie, dass sie einen Sport gefunden hatte, der ihr gefiel. Sie mochte sogar den Pulvergeruch. Nachdem sie das Magazin geleert hatte, holte Kowalewski die Zielscheibe heran. „Respekt, Frau Preuss. Und Sie haben noch nie geschossen? Dann darf ich Ihnen mitteilen, dass Sie ein Naturtalent sind!“ Frau Preuss strahlte.