Tilt Shift Panoptikum

Fiktion. Eine Vielzahl von Geschichten, die miteinander verknüpft sind. Alain Fux.

Monat: August, 2017

(188) Die Erben von James Joyce haben etwas dagegen…

„Die Erben von James Joyce haben etwas dagegen, dass ich ein Foto ausstelle, auf dem Marilyn Monroe Ulysses liest?“ Roman Friedrich war entrüstet. Monatelang hatte er daran gearbeitet, eine Ausstellung von Marilyn Monroe-Fotos zusammenzustellen. Er hatte die besten Aufnahmen von Eve Arnold, einer Vertrauten der Schauspielerin, sichern können – und dann das.

Meinolf Lichtschlag war Friedrichs Anwalt, spezialisiert auf Urheberrechte, Versicherungen und alles, was man so brauchte, um im Kunstbetrieb nicht unterzugehen. Er war ein Mann, der mit Anfang Vierzig sehr besonnen aussah und dies nutzte, um in Verhandlungen verwegen gute Ergebnisse zu erzielen.

„Ich weiß nicht, Roman, ob sie etwas dagegen haben, aber sie verbieten es dir. Ich schlage vor, dass wir erst einmal reden, bevor wir ergründen, wie unsere Rechtssituation steht. Ich habe einen Telefontermin ausgemacht und hätte gerne, wenn du dabei zuhörst. Der Termin wäre jetzt. Ist das in Ordnung?“ Roman nickte und überließ Lichtschlag seinen Bürostuhl. Während der Anwalt die Nummer wählte, kam Chiara, Friedrichs Assistentin herein und gab ihm einen Umschlag. „Ein Mann steht draußen, hat das abgegeben und will, dass du einmal reinschaust. Eher geht er nicht weg.“ Roman seufzte und öffnete den Umschlag. Wieder ein Verrückter, der glaubte, dass die Welt nur auf seine Kunst gewartet hatte. Im Umschlag waren Fotoaufnahmen, die eine nicht mehr ganz frische Frau zeigten, die in einem Abklatsch von billiger Dekoration berühmte Aktgemälde nachstellte. Roman war sich nicht sicher, ob die Aufnahmen ironisch gemeint sein könnten. Cindy Sherman im Trümmerschick, vielleicht. Er fragte nach, wie der Mann aussah. „Etwa Fünfzig. Sieht aus wie ein Arbeiter. Ganz normal.“ Angeekelt gab Roman ihr den Umschlag zurück und schüttelte den Kopf. Der Mann meinte es ernst, das ging gar nicht.

In der Zwischenzeit hatte Lichtschlag seinen Gesprächspartner am Apparat und schaltete den Lautsprecher ein. Er erklärte dem Vertreter der Erben von James Joyce, dass sein Mandant eine angesehene Galerie betreibe, die eine Fotoausstellung plane, in der das besagte Foto von Eve Arnold gezeigt werden sollte. Der Erbenvertreter sagte in einer monotonen Stimme, dass man dagegen mit aller Härte vorgehen werde. „Warum?“, fragte Lichtschlag. Weil man das Ansehen des großen irischen Dichters bewahren wolle. „Das verstehe ich nicht“, sagte Lichtschlag. Der Erbenvertreter erläuterte noch einmal seinen Standpunkt, worauf Lichtschlag weiter nachfragte. Das ging einige Zeit so weiter. Während Lichtschlags Stimme immer das gleiche freundliche Timbre hatte, wurde seine Gegenpartei immer gereizter und schrie schließlich ins Telefon: „Weil wir nicht wollen, dass es so aussieht, dass ein Buch von James Joyce von so einer Schlampe gelesen wird, Sie Nazi!“ Lichtschlag zwinkerte Friedrich zu. „Jetzt hören Sie mal, mein guter Mann. Wenn Sie eine solche Sprache an den Tag legen, kann ich Sie ja gar nicht ernst nehmen. Vielleicht sollte ich mit jemand anderem telefonieren. Einen schönen Tag.“ Lichtschlag legte auf. „Jetzt werden wir mal sehen. Erst einmal zermürben. Am Ende wird er das Foto freigeben, einfach um nicht mehr mit mir reden zu müssen.“ Friedrich bedankte sich. „Ich muss los. Kurt Kessler wartet auf mich.“ – „Oh, was hat er dieses Mal ausgefressen?“ – „Er baut einen Moai in Kreuzberg.“ – „Interessant. Soll ich gleich mitkommen oder willst du, dass es noch teurer wird?“ – Nein, Meinolf. Ich hoffe, das wird dieses Mal nicht nötig sein.“ Lichtschlag spitzte ungläubig die Lippen und legte den Kopf zur Seite.

(187) Raimund Horstel arbeitete zwar am Hochofen, aber seine Liebe gehörte der weiblichen Form.

Raimund Horstel arbeitete zwar am Hochofen, aber seine Liebe gehörte der weiblichen Form. Sein Hobby bestand darin, Frauen in schöner Unterwäsche zu fotografieren. Das erzählte er Eva, nachdem sie sich umgezogen hatte. Er zeigte ihr auch Fotos, die er geschossen hatte. „Hattest du was, mit all diesen Frauen?“, fragte Eva. „Nein, wo denkst du hin! Ich schaue nur und mache Fotos.“ Eva fand die Fotos sehr geschmackvoll und sagte es Raimund auch. Er war geschmeichelt und sagte nach einigem Zögern, dass er sie vorhin in dem Body sehr reizend gefunden habe. Ob sie denn Lust hätte, für ihn zu posieren? Dies wiederum schmeichelte Eva, denn Leo hatte nie Fotos von ihr gemacht. Zugegebenermaßen war das mit einer Hand auch nicht so einfach. Sie willigte ein, wollte aber selbst die Wäsche aussuchen, die sie dabei trug.

Am nächsten Tag hatten sie ihre erste Fotosession. Als sie nachher die Bilder auf Raimunds Laptop anschauten, war Eva richtig stolz und Raimund strahlte, als ob er sechs Richtige im Lotto hätte.

Von da an verbrachten sie viel Zeit bei der Planung und Durchführung der Aufnahmen. Eva hatte selbst Ideen und Raimund war sehr offen, das auszuprobieren, was sie vorschlug.

Eines Tages hielt Eva Raimund eine Zeitschrift hin, die von einer Kunstausstellung mit dem Titel ‚Aktmalerei‘ berichtete. Darin war ein Abbild der großen Odaliske von Ingres. „Was wäre, wenn wir in deinen Fotos berühmte Gemälde nachstellten?“ Raimund nahm die Zeitschrift, schaute das Bild an und sagte: „Würdest du mitmachen?“ – „Aber ja!“

Sie fingen gleich an zu planen, was sie zur Dekoration brauchten und wie sie es beschaffen konnten. Eva kümmerte sich um die Stoffe, Raimund bastelte einen Pfauenwedel und eine Pfeife. Als Eva sich schließlich auszog, um sich für Raimund und seine Kamera zu positionieren, spürte sie keine Scham, obwohl es das erste Mal war, dass sie sich Raimund nackt zeigte.

Als sie später die Fotos ansahen, hatten sie das Gefühl, etwas Neuartiges zu vollbringen. Sie beschlossen, mit anderen Gemälden weiterzumachen. Gemeinsam stellten sie eine Liste auf. Darunter war Die Sünde (Franz von Stuck), Die Venus von Urbino (Tizian), Venus mit Spiegel (Velázquez), Die nackte Maya (Goya), Die Odalisque (Boucher), Die Badende von Valpençon (Ingres), Die Quelle (Courbet), Danae (Tizian) und Venus bindet ihr Haar (Godward). Die Toilette der Venus von Rubens und den Ursprung der Welt von Courbet lehnte Eva allerdings ab, wofür Raimund Verständnis zeigte.

Nach einem Jahr harter Arbeit hatten die beiden ein Portfolio zusammengestellt, das sie mit Stolz und Freude erfüllte. „Du solltest die Fotos ausstellen“, sagte Eva. Nachdem sie ihm über Wochen zugeredet hatte, erklärte sich Raimund bereit, das Portfolio Galeristen zu zeigen.

(186) Als Raimund Horstel einzog, brachte er nur ein paar Koffer und Kartons mit.

Als Raimund Horstel einzog, brachte er nur ein paar Koffer und Kartons mit. Die Möbel und auch das Gästebett gefielen ihm sehr gut, sagte er. Eva war das recht, denn sie hätte nicht gewusst, was sie sonst mit ihren Möbeln gemacht hätte. Als Leo mit seiner Schlampe in eine neue Wohnung gezogen war, hatte er nichts mitgenommen.

Horstel arbeitete nacheinander je eine Woche Früh-, Nacht- und Mittagsschicht. Eva kannte diesen Lebensrhythmus sehr gut von ihrem Vater. Es war daher kein Problem für sie, dass sie tagsüber jeden Lärm vermeiden musste, wenn Horstel Nachtschicht hatte.

In Horstels Zimmer lag ein Koffer auf dem Schrank, den er nicht ausgepackt hatte. Das hatte Eva beim Staubwischen bemerkt, als sie ihn etwas hochgehoben hatte. Eines Tages, als sie wieder sein Zimmer putzte, wurde sie neugierig. Sie zog den Koffer herunter und öffnete ihn. Darin fand sie, säuberlich in Bündeln gestapelt, unzählige Artikel von Damen-Unterwäsche. Eva war zunächst schockiert, klappte den Koffer schnell zu und stellte ihn wieder auf den Schrank. Während sie weiterputzte, schaute sie mehrmals zu dem Koffer hoch und stellte Hypothesen auf.

Vor ihrem inneren Auge sah sie Horstel nachts in seinem Zimmer. Er war nackt, öffnete den Koffer und zog Frauenunterwäsche an. Darin stolzierte er im Zimmer herum, während sie, eine Tür weiter, arglos schlief. Aber das konnte nicht sein. Sie zog den Koffer noch einmal herunter und überprüfte die Wäschegröße. Erleichtert stellte sie fest, dass Horstel unmöglich in diese Wäschestücke passen konnte. Waren es also Trophäen von Frauen, die er erobert hatte? Alle Wäschestücke waren sauber und ordentlich zusammengelegt. Sie waren recht neu, aber nicht frisch aus dem Laden. Die meisten waren eher von der aufreizenden Art, dachte sie. Leo hätte ’nuttenhaft‘ dazu gesagt. Gerade der.

Eva hielt einen glänzenden weißen Body vor sich und ging in den Flur, um sich vor dem Spiegel anzusehen. Sie fand, dass sie gut darin aussah. Da Horstel nach der Frühschicht immer noch zum Mittagessen in die Kneipe ging, hatte sie noch Zeit, es anzuprobieren.

Als sie wieder vor dem Spiegel stand, fand sie, dass der Body ihrer Taille schmeichelte. Natürlich wollte sie auch sehen, wie es mit Strümpfen aussehen würde, denn dafür waren die Strapse ja gemacht. Da sie keine Erfahrung damit hatte, brauchte sie etwas länger, bevor sie wieder vor dem Spiegel stand. Eva fand, dass sie wirklich gut darin aussah.

Sie drehte sich, um über die Schulter ihren Rücken zu bewundern, als sich die Wohnungstür öffnete und Horstel im Eingang stand. Eva fiel in Schockstarre. Horstel zog die Tür hinter sich zu, ließ sie dabei aber nicht aus den Augen. „Zu dem Body“, sagte er schließlich, „würde ich andere Strümpfe empfehlen.“

(185) Im Prinzip liebte Lutz Kunz seine Tochter Eva über alles.

Im Prinzip liebte Lutz Kunz seine Tochter Eva über alles. Deshalb hatte er auch eingewilligt, als sie diesen einhändigen Apotheker heiraten wollte. Schon damals kam Leo Warnke ihm wie Fallobst vor. Immerhin hatte Kunz damit gerechnet, dass er sie ernähren konnte, der Herr Akademiker. Für Mathilde war es ja das Tollste überhaupt, dass ihre Tochter etwas Besseres heiratete. Etwas Besseres! Das war nur der Schein. Warum sollte ein Apotheker besser sein als ein Hochofenarbeiter? Aber, wie gesagt, er liebte seine Tochter, denn sie sollte es einmal besser haben.

Das war auch der Grund gewesen, warum er ihr seine Ersparnisse anvertraut hatte, als ihr Mann sich eine neue Niere kaufen wollte. Das war der größte Fehler überhaupt gewesen. Hätte der Herr Apotheker doch krepieren sollen, das hätte seine Tochter eine Zeitlang betrübt, aber dann hätte sie einen besseren Kerl gefunden. Aber so? Das Aas bekam eine neue Niere, war plötzlich fein raus. Übermütig wurde er, als er nicht mehr zur Dialyse musste und nicht mehr Diät halten brauchte. Bumste seine Assistentin und wollte sich scheiden lassen, weil Eva ihm nicht mehr gut genug war! Eva ließ sich abspeisen mit der Wohnung und die 200.000 Euro, die Kunz ihr für die Niere geliehen hatte, waren einfach weg. Eva hatte keinen Job, Altersversorgung versaut. Mathilde geschockt von der ganzen Sache. War gehemmt, mit ihren Bekannten darüber zu reden. Alle tuschelten hinter ihrem Rücken. Natürlich musste sie zu einer anderen Apotheke gehen, sie konnte es nicht aushalten, Leo oder seiner Schnalle unter die Augen zu kommen.

Kunz hatte daran gedacht, Leo anzuzeigen, denn die Nierensache war natürlich völlig illegal gewesen. Samt der OP, die mit ihren seltsamen Umständen in der Türkei stattfand. Aber dann hatte Eva ihn gebeten, nichts zu tun, denn sie hatte den Kontakt zu dem Vermittler geknüpft. Sie wäre genauso darin verwickelt gewesen wie Leo. Und diese Organhändler waren bestimmt nicht zimperlich. Da kam es bestimmt auf eine Leiche mehr oder weniger nicht an. Einer hatte eine neue Niere bekommen und alle anderen hatten verloren. So war das.

Das einzige, was Kunz noch für seine Tochter machen konnte, war, ihr einen Untermieter zu vermitteln. Raimund Horstel war Vorarbeiter am Hochofen, unverheiratet und suchte eine neue Bleibe, nachdem seine bisherige Vermieterin verstorben war. Evas Wohnung war groß genug und Kunz dachte auch daran, dass seine Tochter und Horstel aneinander Gefallen finden könnten. Das Gehalt eines Vorarbeiters war nicht schlecht und damit wäre es zumindest nicht völlig ausgeschlossen, dass ein Teil des Kredits zurückgezahlt würde.

Eines Tages, nach Ende der Frühschicht, kam Kunz mit Horstel auf einen Kaffee bei Eva vorbei. Kunz hätte sich gewünscht, dass Eva sich etwas herausgeputzt hätte, anstatt im Jogginganzug auf dem Sofa abzuhängen. Aber Horstel schien das nicht zu stören. Er schaute sich das Zimmer an, das Bad und das Klo und als er neben Eva aus dem Sofa saß und Kaffee trank, zeigte er sich interessiert, das Zimmer zu beziehen. Kunz führte die Preisverhandlung, wobei er einerseits darauf achtete, ausreichend Miete zu erzielen, damit Eva davon leben konnte, andererseits es aber nicht überziehen wollte, denn immerhin war Horstel Vorarbeiter und damit Kunz vorangestellt. Horstel akzeptierte die Vorstellung von Kunz, was diesen zu der verspäteten Erkenntnis brachte, dass er auch mehr hätte verlangen können. Es war zu spät. Die Männer schlugen ein und Eva lächelte Horstel an.

(184) Das Leben hatte es nie gut gemeint mit Leo Warnke.

Das Leben hatte es nie gut gemeint mit Leo Warnke. Schon bei der Geburt hatte ihn die Nabelschnur fast erdrosselt und man musste ihn wiederbeleben, kaum dass er den Mutterleib verlassen hatte. Mit 19 Jahren hatte er einen Motorradunfall und verlor dabei die linke Hand. Er konnte sich nicht an eine Prothese gewöhnen und so nahm er es hin, dass sein linker Arm in einem dunkelrosafarbenen Stumpf endete. Seinem Beruf als Apotheker schadete es nicht. Außerdem fand er eine Frau, die ihn auch ohne linke Hand liebte.

Am schlimmsten war aber die Niereninsuffizienz, die immer heftiger wurde und wegen der er schon mit 31 Jahren zur Dialyse musste. Das raubte ihm montags, mittwochs und freitags jedes Mal 5 Stunden. In der Zeit übernahm seine Frau Eva die Apotheke. Warnke war auf der Warteliste für eine neue Niere, aber er wusste nicht, wie lange es dauern würde.

An einem Mittwochabend berichtete ihm seine Frau von einem Handelsvertreter für orthopädische Strümpfe, mit dem sie auch über Dialyse gesprochen hatte. „Ich habe ihm nicht gesagt, dass du Dialyse bekommst“, log sie, denn Warnke war darin etwas empfindlich. „Auf jeden Fall erzählte er mir, dass es inoffizielle Wege gäbe, an eine Spenderniere heranzukommen.“ Warnke gab zu, dass er das wusste und über die notwendigen Kontakte verfügte. „Aber es ist nicht richtig. Du weißt nicht, welcher arme Schlucker dafür seine Niere hergibt. Und es ist sehr teuer.“

Eva Warnke geborene Kunz hatte nicht viel vom Leben erwartet. Sie war mit dem zufrieden, was sie hatte. Allerdings störte es sie, dass sie dreimal in der Woche in der Apotheke arbeiten musste. Viel lieber wäre sie zuhause geblieben und hätte das getan, was sie sonst auch tat, nämlich nichts. So aber sah sie ihre eigene Lebensqualität durch die Dialyse ihres Ehemannes eingeschränkt.

Sie trat in Kontakt mit einem Organvermittler, der ihr einen Preis nannte. 200.000 Euro. Dann sprach sie mit ihren Eltern, die sich bereit erklärten, ihrer Tochter den notwendigen Betrag zu leihen. Mit Leo hatte sie eine heftige Diskussion, aber am Ende gab er nach und war einverstanden, sich in der Türkei eine neue Niere einpflanzen zu lassen.

Die Operation war erfolgreich – Leo brauchte nicht mehr in die Dialyse.

Allerdings hatte dies Folgen, mit denen Eva nicht einverstanden war: Leo beschloss, das Leben zu genießen, denn man wusste ja nie, wie lange es dauern würde. Er hatte eine Affäre mit einer pharmazeutisch-technischen Assistentin und ließ sich kurz danach scheiden.

Eva Warnke bekam aus der Scheidung die gemeinsame Wohnung, den Kredit von ihren Eltern und deren heftigen Vorwürfe. Ihr Vater hatte dem Kredit nur zugestimmt, weil er wusste, dass sein Schwiegersohn als Apotheker den Kredit zurückzahlen konnte. Jetzt war das Geld weg und in seiner Altersversorgung klaffte ein Loch.

(183) In Haridwar fand das größte Fest der Hindus statt, das Kumbh Mela.

In Haridwar fand das größte Fest der Hindus statt, das Kumbh Mela. An einem Tag allein wurden zehn Millionen Pilger erwartet, die mit überfüllten Sonderzügen herangekarrt wurden. Das Fest bestand im Wesentlichen darin, dass sie gemeinsam, allen voran die Sadhus, in den Ganges stiegen. Über die Jahre waren diese Feste auch zu informellen Versammlungen von internationalen Organhändlern geworden.

Cramer wohnte in Haridwar immer im Haveli Hari Ganga Hotel, mitten in der Stadt, direkt am Ganges.

Gleich am Abend seiner Ankunft traf er sich mit zwei wichtigen indischen Sourcern an der Hotelbar. Früher hätte er ein Geheimnis daraus gemacht, mit wem er arbeitete und er hätte sich unter großen Vorsichtsmaßnahmen an einem viel diskreteren Ort mit den Leuten getroffen. Das war jetzt nicht mehr nötig. Er hatte eine effiziente Organisation aufgebaut, die erfolgreich war, weil jeder darin gut verdiente und weil jeder professionell mitarbeitete. Es machte für seine Sourcer keinen Sinn, für andere zu arbeiten, denn sie würden dort weniger verdienen, aber viel mehr Stress ausgesetzt sein. Deshalb machte es ihm auch nichts aus, dass er von einem weißhäutigen Mann beobachtet wurde, der an der Bar saß.

Als Cramer mit seinen Leuten fertig war, schlenderte er zu dem Fremden an die Bar. „Kennen wir uns?“, fragte Cramer. „Noch nicht“, antwortete der Mann mit russischem Akzent und stellte sich vor: „Pjotr Alexejewitsch Kropotkin. Ich bin Russe. Darf ich Sie zu einem Drink einladen?“ Cramer, immer neugierig, willigte ein und bestellte eine Cola.

Kropotkin sagte, dass er Cramer schon lange bewunderte und dieser in gewisser Hinsicht sein Vorbild sei. Cramer gab sich geschmeichelt und fragte, wobei er Kropotkin denn helfen könne. „Zypern“, antwortete der Russe und musterte Cramer mit gerunzelter Stirn. „Was ist eine Insel im Mittelmeer?“, antwortete Cramer lächelnd. „Richtig. Viele Russen mit gutem Geld und schlechten Nieren. Viel Geld.“ Kropotkin erklärte, dass er Zugang zu der russischen Oligarchie habe und wisse, dass es dort einen enormen Bedarf an frischen Organen gäbe. Da diese Leute alle Villen auf Zypern hatten, würde es sich anbieten, dort eine Niederlassung der Organisation zu gründen. Kropotkin schlug Cramer eine Partnerschaft vor.

Cramer hatte schon von Kropotkin gehört. Der Russe hatte bis vor kurzem davon gelebt, dass er in großem Stil Botox nach Moskau brachte und dort an den Einzelhandel verkaufte. Cramer hatte keine Lust, längere Zeit mit dem Russen zu verbringen, wollte ihn aber auch nicht vor den Kopf stoßen. Man wusste nie, ob diese Leute nicht plötzlich rabiat wurden.

Cramer zückte einen Kugelschreiber, zupfte eine Papierserviette aus dem Halter und malte ein Rechteck darauf. Die Ecken des Rechtecks bezeichnete er mit O-E-R-M. Er zeigte auf das O: „Organ“. Auf das E: „Empfänger“. R: „OP-Raum“. M: „Mannschaft“. Er strich mit der Hand über die Serviette. „Das braucht man alles. Sie sagen, es gibt E auf Zypern. Gut.“ Cramer kringelte das E ein. „O gibt es nicht. Gibt es fast nie in der Ersten Welt.“ Er kreuzte das O aus. „R und M habe ich mir schon angeschaut auf Zypern. Gibt es sehr wenig. M kann man einfliegen, teuer. R diskret zu mieten, ist schwierig.“ Er strich R und M aus. „Ein idealer Ort hätte alle 4, ein guter Ort 3. Bei zwei oder weniger geht es nicht. Nicht in meinem System.“ Der Russe nickte, und dachte wohl nach, wie er das kontern konnte. Cramer legte nach: „Aber ich habe einen Vorschlag für Sie. Sie nutzen Ihre Kundenkontakte und bringen mir die Es in die Türkei oder nach Indien. Da haben wir O, R und M im Überfluss. Und Sie bekommen 10% Provision. Wie ist das?“ Kropotkin dachte nach. Dann hielt er Cramer die Hand hin. „Einverstanden, mein Freund. Du bist in Ordnung!“

(182) Organhandel, sagte sich Cord Cramer, war ein Geschäft wie jedes andere, nur leider nicht ganz so legal.

Organhandel, sagte sich Cord Cramer, war ein Geschäft wie jedes andere, nur leider nicht ganz so legal. Er hätte genauso gut Rohstoff- oder Diamantenhändler werden können. Mit der Organisation, die er aufgebaut hatte, stand er vielen Menschen bei, die fast schon ihre Hoffnung aufgegeben hatten. Er verhalf ihnen zu einer neuen Leber, Hornhaut, Niere. Was auch immer man transplantieren wollte, er konnte es beschaffen. Vor fünfzehn Jahren war er ein mäßig guter Chirurg in der Provinz gewesen. Jetzt hatte er ein weltumspannendes Netzwerk aufgebaut, dessen Logistik so kompliziert war, wie das Atomwaffenprogramm der USA. Nicht dass er davon etwas verstünde, aber es klang cool, wenn er es so sagte.

Der Aufbau war tatsächlich sehr kompliziert, da vier wesentliche Elemente genau zum richtigen Zeitpunkt zusammen gebracht werden mussten: das Organ, der Empfänger, ein vollausgestatteter OP-Saal und eine Top-OP Mannschaft samt Chirurg. Die Empfänger waren eigentlich nie da, wo die Spender waren und dort, wo die Organe herkamen, gab es wenige OP-Räume und Mannschaften. Es gab zwar in letzter Zeit erfolgversprechende Maßnahmen, Organe dort zu finden, wo die Empfänger waren, aber das war immer nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Alle Organe, die Cramers Organisation direkt sourcte, kamen von freiwilligen Spendern, die mit dem Erlös ihrer Familie eine bessere Zukunft ermöglichen wollten. Oder natürlich von deren Hinterbliebenen, die ebenfalls freiwillig aus dem Verstorbenen ein Ersatzteillager machten. Daneben gab es auch Subunternehmer, die Organe heranschafften, bei denen Cramer nicht sicher war, warum die Spender mitmachten. Er ging davon aus, dass es freiwillig geschah. Wenn in Cramers Organisation etwas schief lief, dann war es immer auf der Spenderseite, die man nicht vollständig kontrollieren konnte, die aber auch weniger wichtig war, denn hier gab es keine Mundpropaganda. Auf der Empfängerseite war es anders. Hier durfte kein Irrtum passieren und darauf war die Organisation geeicht. Keine mobilen OPs irgendwo in der Wüste, wo wer weiß was passieren konnte. Alle Eingriffe fanden in stationären, bestausgerüsteten Krankenhäusern statt und wenn es sein musste flog Cramer ein Team von zwanzig Personen nach Indien, um zu tun, wofür der Kunde zahlte. Wer auch immer ein Spenderorgan über Cramer bekommen hatte, würde es sein Leben lang nicht vergessen. Fast alle Neukunden kamen, weil jemand Cramer empfohlen hatte. Natürlich musste er vorsichtig zu sein, um keinem Lockvogel auf den Leim zu gehen. Cramers Regel war, dass er nur neue Kunden annahm, für die ein Altkunde bürgte.

Durch den Erfolg, der auf diesen Prinzipien ruhte, besaß Cramer sieben Häuser und Wohnungen an verschiedenen Orten auf der Welt, flog nur First Class dazwischen und konnte sich alles leisten, wonach ihm der Sinn stand.

Gerade war er im Flugzeug auf dem Weg nach Neu-Delhi. Von dort aus wollte er ins knapp zweihundert Kilometer nördlich gelegene Haridwar reisen. Natürlich mit dem Hubschrauber.

(181) Eigentlich handelten die Bodysnatcher aus Liebe.

Eigentlich handelten die Bodysnatcher aus Liebe. Gerry war Ausstatter beim Film, Dave war Krankenpfleger. Zusammen nannten sie sich die Bodysnatcher.

Sie hatten sich in einer Szenekneipe kennen gelernt und ineinander verliebt. Es stellte sich heraus, dass sie den gleichen Traum hatten: Sie wollten nach Florida ziehen und dort ein sorgloses Leben führen.

Allerdings besaßen sie nur wenig Geld und hatten kaum Aussichten auf mehr. Die Idee für die Bodysnatcher war das Ergebnis einer Diskussion nach der Spätvorstellung in einem Programmkino. Sie hatten den Film ‚Die Körperfresser kommen‘ gesehen, weil sie beide große Bewunderer von Donald Sutherland waren.

Dave erzählte auf dem Nachhauseweg, dass es eine Organisation gab, die illegalen Organhandel betrieb. Natürlich wurde darüber hinter vorgehaltener Hand im Krankenhaus gesprochen. Durch die Organisation wurden Ersatzlebern, -nieren und andere Organe aus Ländern der Dritten Welt vermittelt. Problematisch war der Ablauf, weil die Empfänger in diese Länder reisen mussten, damit die Organe noch ganz frisch eingepflanzt werden konnten. Dabei waren die vor Ort verfügbaren Standards manchmal problematisch. Gerry meinte, für eine solche Unternehmung wären Außerirdische besser geeignet, denn sie könnten diese logistischen Probleme bestimmt besser lösen. Dave sagte, wenn das so wäre, könnten die Außerirdischen sehr viel Geld verdienen. Das gab beiden zu denken.

Am Ende bestand ihr Plan aus drei Phasen. Phase 1: Den Opfern gaukelten sie eine Entführung durch Außerirdische vor. Phase 2: Ihnen wurden an einem geheimen Ort Organe entnommen. Phase 3: Sie brachten die Opfer in ihr normales Umfeld zurück. Wenn die Alien-Story ausreichend glaubhaft war, würden die Opfer auf keinen Fall zur Polizei gehen, denn ihre Geschichte war einfach zu unglaublich.

Über einen ehemaligen Kollegen nahm Dave Kontakt zu den Organhändlern auf. Gerry baute die Kulisse eines Raumschiffinnern und stellte die Außerirdischenkostüme her. Um ihre Opfer zu finden, antworteten sie auf Kontaktanzeigen, denn zu Dates kamen die Opfer immer alleine und ließen sich leichter dorthin locken, wo sie von den Bodysnatchers abgeholt werden konnten. Nachdem die Opfer betäubt waren, wurden sie in die Raumschiffkulisse gebracht und dort wiederbelebt, damit sie sich davon überzeugen konnte, wirklich von Außerirdischen entführt worden zu sein. Das war auch die Gelegenheit, Blut und andere Proben zu entnehmen, mit der geeignete Empfänger gematched werden konnten. Dann wurde das Opfer wieder betäubt und in einem künstlichen Koma gehalten, bis die Organisation die Transplantation vorbereitet hatte. Mit der Organentnahme hatten Gerry und Dave nichts zu tun. Sie bekamen das abgeerntete Opfer wieder zurück und entließen es in ihr eigentliches Leben.

Die Bezahlung für die Bodysnatcher war hervorragend und sie rechneten sich aus, dass sie nach einem Dutzend Operationen genug Geld zusammen hätten, um nach Florida zu ziehen.

(180) Burk Hullers Begegnung mit den Außerirdischen hatte eigentlich erfolgversprechend begonnen.

Burk Hullers Begegnung mit den Außerirdischen hatte eigentlich erfolgversprechend begonnen. Burk hatte eine Kontaktanzeige aufgegeben, denn alle Versuche auf direktem Weg eine Frau kennenzulernen, hatten fehlgeschlagen. Er war zwar erst 30, aber er musste irgendetwas an sich haben, das Frauen abstieß. Die Anzeige war ein Versuch, mit neuen Methoden mehr zu erreichen.

Er bekam viele Zuschriften und eine davon stach heraus. Georgina war eine blonde Stewardess, Ende 20. Auf dem Foto lächelte sie Burk an und er konnte nicht anders, als ihr sofort zurückzuschreiben. Er wollte sie unbedingt kennenlernen. Sie schrieb ihm genauso schnell zurück und sagte, dass sie ihn in einem Gewerbegebiet in der Nähe des Flughafens mit dem Wagen abholen würde. Burk war selig.

Zu der vereinbarten Uhrzeit stand er an einem Samstag an einer Kreuzung, die an allen vier Ecken von Lagerhäusern gesäumt war. Fast pünktlich kam ein auberginefarbener Lieferwagen die Straße entlang auf ihn zu und hielt neben ihm. Die Fenster waren verdunkelt. Die Tür öffnete sich. Neugierig und schon sehr erregt schaute Burk ins Innere des Fahrzeugs. Zwei grüne Arme streckten sich ihm entgegen und zogen ihn mit großer Kraft ins Innere des Fahrzeugs. Burk hatte keine Chance, sich zu wehren. Im Wagen waren zwei Gestalten, die in aus warzigen Gesichtern mit großen Insektenaugen anstarrten. Einer hielt ihm ein Tuch vor die Nase und er verlor das Bewusstsein.

Als er wieder aufwachte, lag er festgebunden auf einem Tisch. Er war nackt. Über ihm ein greller Scheinwerfer, der alles andere dahinter verschwinden ließ. Aus der Helligkeit kam ein grüner, reptilienartiger Arm, der ihn an der Brust betastete. Der Arm wanderte über seinen ganzen Körper und beschäftigte sich dann mit seinem Penis. Unwillkürlich hatte Burk eine Erektion. Dann wurde ihm wieder schwarz vor Augen.

Als er wieder aufwachte, lag er im Wald auf einer Lichtung. Er war angezogen und seine Seite schmerzte ihn. Den Ort kannte er. Die Lichtung war nicht allzu weit entfernt von da wo er wohnte. Fragen schwirrten durch seinen Kopf. War er von Außerirdischen entführt worden? War die Stewardess ein Alien? Was hatten sie mit ihm gemacht? Hatten sie sein Sperma abgezapft, um Abkommen von ihm zu züchten?

Er wollte sich aufrichten, aber er hatte große Schmerzen in der Seite. Erst nach einiger Zeit konnte er sich auf die gute Seite wälzen, von da auf die Knie und dann aufstehen. Er fühlte einen Verband an der Seite.

Huller ging zu Fuß nach Hause und legte sich ins Bett. Als er wieder aufwachte, schien es bis auf die Narbe, die er unter dem Verband fand, wie ein schlechter Traum. Allerdings waren seit seinem Rendezvous mit der blonden Stewardess drei Wochen vergangen. Sie waren wie getilgt aus seinem Leben. Wohin hatten sie ihn entführt? War er in einer anderen Galaxis gewesen? Natürlich konnte er niemand von diesem Erlebnis berichten. Man hätte ihn für verrückt erklärt. Er musste sich schützen. Die Aliens wussten, wo er wohnte, und würden vielleicht wieder kommen. Ein Hund, fiel ihm ein. Ein scharfer Hund wäre das Richtige, um zumindest so viel Widerstand zu leisten, damit sie von ihm abließen. Bei jedem Geräusch zuckte er zusammen. Ja, er musste sich schützen. Ein Hund wäre gut.

(179) Seit Xaver der Dackel in sein Leben gekommen war, veränderte sich Herr Kullmann.

Seit Xaver der Dackel in sein Leben gekommen war, veränderte sich Herr Kullmann. Er ging mit Xaver spazieren und hatte dadurch auch wieder Kontakt mit anderen Menschen. Um seinem Hund eine entsprechende Führung bieten zu können, meldete er sich in der Hundeschule von Erich Voigt an. Frau Lachmann holte sich auch einen Hund aus dem Tierheim, einen Spitz-Mischling und begleitete Herrn Kullmann in die Hundeschule.

Herr Voigt war eigentlich Bäcker, aber eine späte Mehlallergie hatte den 50-Jährigen um seine Anstellung in der Großbäckerei gebracht. Seit seiner Kindheit mochte Herr Voigt Hunde über alles und seine Freunde sagten ihm, dass er ein Hundeflüsterer sei. „Der Hund ist nie das Problem“, pflegte Herr Voigt zu sagen. „Das Problem ist immer der Halter.“ Als er so viel Zeit hatte, kam ihm der Gedanke, sein Wissen weiter zu geben. Eine Hundeschule zu eröffnen war sehr einfach, er brauchte dafür keine Prüfungen oder Erlaubnisse. Nur einen Gewerbeschein. Von einem Bauer pachtete er eine Wiese, die er umzäunte und dann konnte er seine Hundeschule inserieren. Die Geschäfte liefen jetzt, ein Jahr nach Eröffnung, ganz passabel. Viele Kunden kamen nach Mundpropaganda zu ihm, so auch Herr Kullmann und Frau Lachmann. Mit ihrem Dackel und dem Spitz unterrichtete er sie gemeinsam.

Eines Tages, nach einer Unterrichtsstunde, stand ein Mann am Zaun und winkte Herrn Voigt mit großen Bewegungen zu sich. Neben dem Mann stand ein weißer Bullterrier, der Herrn Voigt aus seinen kleinen Augen anblickte. Der Mann stellte sich vor als Burk Huller. „Das ist Erko“, sagte Huller, der mit unruhigen Augen ständig herumschaute, als ob er Angst vor irgendetwas hatte. Voigt nickte. „Ich bin unzufrieden mit Erko“, fuhr Huller fort. Voigt nickte wieder und sagte: „Das ist keine einfache Rasse. Sehr eigensinnig. Manche Züchter machen da viel Bockmist. Aber da kann man bestimmt etwas dagegen tun. Kein Hund ist schlecht an sich.“ Jetzt nickte Huller nervös. „Erko hat nicht die richtige Schärfe. Ich wollte einen Hund, der mich schützt und jetzt habe ich einen, der Fremde schwanzwedelnd begrüßt.“ – „Warten Sie, Herr Huller. Habe ich das richtig verstanden? Sie wollen, dass Erko aggressiver wird?“ – „Ja klar. Warum will ich sonst einen Bullterrier? Ich will, dass der Hund für mich, wenn es sein muss, auch King Kong zur Strecke bringt!“

Herr Voigt war von Huller angeekelt. „Dafür stehe ich nicht zur Verfügung. Da müssen Sie sich einen anderen Trainer suchen. Hunde sind keine Waffen und ich bin dagegen, sie aggressiv zu trainieren.“ Huller war enttäuscht. Er fragte Voigt nach einem Tipp, wer Erko die nötige Schärfe beibringen könnte, aber der Hundetrainer verweigerte jede Hilfe. Huller musste wieder gehen, aber ein Satz hatte sich bei ihm eingeprägt, „Hunde sind keine Waffen.“ Vielleicht war es auch kein Hund, den Huller brauchte, sondern eine Waffe. Das war wahrscheinlich die Lösung, damit er wieder ruhig schlafen konnte, ohne Angst zu haben, dass die Außerirdischen wiederkehrten.