(27) Marco schloss sich einer Clique von anderen Schulabbrechern und Kleinkriminellen an…

von Alain Fux

Marco schloss sich einer Clique von anderen Schulabbrechern und Kleinkriminellen an, für die er irgendwelche Botenjobs erledigte. Meistens hingen sie in Parkanlagen ab und erschreckten Spaziergänger, bis die Polizei sie an einen anderen Ort vertrieb.

Unter den Mitgliedern der Clique war ein Mädchen, Ute, das sehr zickig war und härter drauf, als alle anderen. Ihre Launen waren sehr wechselhaft und nur Marco war bereit, sie geduldig zu ertragen. Sie gab ihm immer irgendwelche Aufgaben, die er erfüllen musste. Zum Beispiel Wimperntusche oder Gin für sie klauen oder Gras für sie kaufen. Im Gegenzug duldete sie ihn in ihrer Nähe und überließ ihm manchmal die letzten Züge eines Joints oder gab ihm einen Schluck Gin. Sie hatte einen kleinen Mischlingshund, der genauso launisch war wie seine Herrin und ganz fies zubeißen konnte, wenn er sich gereizt fühlte. In der Hierarchie der Clique stand Larry der Hund über Marco.

An einem Tag war die Clique im Westpark und lagerte am Rosenbach. Dort stand eine schon löcherige Laubhütte im Gebüsch, die Ute für sich in Beschlag genommen hatte. Nur Larry der Hund und Marco durften mit hinein. Marco hatte ihr eine Flasche Bombay Sapphire aus dem Spirituosenladen gestohlen und Ute hatte schon über die Hälfte der Flasche intus. Sie war eingenickt. Ihr Hund lag neben ihr und kaute an einem glitschigen Knochen, den er am Bachlauf gefunden hatte. So wie sie dalag, war ihr Hemd verrutscht und Marco konnte von der Seite einen ziemlich großen Teil ihrer linken Brust einsehen. Marco schaffte es nicht, wegzuschauen und je mehr er schaute, desto schwummriger wurde ihm. Es war, als ob er ferngesteuert wurde. Er streckte seine Hand aus und näherte sie dem halb-entblößten Busen. Er konnte nicht anders. Als er sie berührte, wachte Ute auf, gab einen Schrei von sich. Larry der Hund schreckte auf und versenkte seinen Fang in Marcos Handgelenk. Marco sprang auf, den Hund immer noch an der Hand hängend. Er wollte den Hund wegschleudern, aber es gelang ihm nicht. Ute knallte Marco eine Ohrfeige, er bewegte sich nicht mehr, der Hund ließ ab. Marco starrte auf seine blutende Hand. Ute knallte ihm noch eine. Die anderen schauten neugierig in die Laubhütte hinein, aber Ute sagte, sie sollten sich verpissen. Sie nahm eine Plastiktüte, steckte Marco blutende Hand hinein und band die Tüte zu. Dann befahl sie Marco, ihr zu folgen. Unter Larrys wachendem Auge gingen sie zu Utes Golf, der vor dem Park abgestellt war. Sie warnte ihn davor, auch nur einen Tropfen Blut im Auto zu verlieren. Der Hund knurrte. Sie fuhr ihn zur Notaufnahme des nächsten Krankenhauses und warf ihn aus dem Wagen. „Hau ab, du perverser Spanner“, rief sie ihm nach und fuhr mit quietschenden Reifen davon.

Als Marco ins Krankenhaus ging, spürte er die Unwucht des Blutes, das sich in der Bodenfalte der Plastiktüte angesammelt hatte. Alles war so schnell gegangen, dass er sich gar nicht erinnern konnte, wie Utes Brust sich angefühlt hatte.

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