(11) Hoggs startete den Wagen und preschte zum Pub zurück.

von Alain Fux

Hoggs startete den Wagen und preschte zum Pub zurück. Hoffentlich hatte er mit den alten Schachteln nicht zu viel Zeit verloren und Martha war immer noch in Stimmung, mit zu ihm nach Hause zu fahren. Er war schon länger hinter der scharfen Gemeindesekretärin her gewesen, aber bisher hatte sie ihn immer abblitzen lassen. Heute war sie in Stimmung und hatte viel getrunken. Erst als sie ihn fragte, ob sie mal sein Haus sehen könnte, war ihm eingefallen, dass er das Auto beim Restaurant stehen hatte und noch nicht einmal die Schlüssel mitgenommen hatte.

Er stellte den Wagen vor der falschen Fachwerkfassade des „Cock and Bull“ ab und lief hinein. Langsam kam die Sperrstunde näher, aber der Gastraum war noch sehr gut gefüllt. Die Jukebox spielte „Tunnel of Love“ von den Dire Straits. Barney stand am Zapfhahn und nickte ihm zu. Mark sah sich um. Er konnte Martha Collins nirgendwo sehen. Er ging zwischen den anderen Gästen umher, grüßte zurück, wenn er angesprochen wurde. Als er erfolglos eine Runde gedreht hatte, fragte er eine Frau, die vom Damenklo kam, ob sie Martha gesehen hatte. Auch nichts. Er fragte weiter. Die Männer hatten Martha irgendwann am Abend wahrgenommen, aber keiner wusste, wo sie jetzt war. Mark ging zurück zu Barney an den Tresen. „Vielleicht holt sie gerade Zigaretten“, sagte Barney stoisch. „Ich habe von Trubshawes Tod gehört. Wird der Laden jetzt verkauft?“ Mark schaute weiter um sich. „Ja, wahrscheinlich. Die Familie will nicht weiter machen.“ – „Wäre das nichts für dich?“ Mark musste lachen. „Nee, lass mal. Dafür bin ich nicht der Richtige.“ – „Wäre auf jeden Fall sehr schade, wenn das Restaurant schließen würde. Auch für Biggleswade. Gehörte immer dazu, der Laden.“

Mark war frustriert. „Ich wüsste zu gerne, was mit Martha passiert ist.“ Ein keuchendes Kichern kam vom Tresen hoch. Dort saß Joey Webster, der zahnlose Hausbetrunkene des ‚Cock and Bull‘. „Weißt du was, Joey?“, fragte Mark und beugte sich hinunter. „Die dralle Martha ist mit Sid Skinner weg.“ Sid Skinner war fast 50, Junggeselle und betrieb im Ort einen Autohandel. Jeder kannte Sid. Mark spürte, wie sich seine Nackenhaare aufrichteten und es wurde ihm ganz heiß im Gesicht. „Sid? Du lügst. Sid ist mein Freund, das würde er nicht machen!“ Mark schaute fragend Barney an, der aber einen neutralen Gesichtsausdruck behielt. Joey war schon wieder eingepennt. „Hey Joey!“ Mark schüttelte den Trinker. Dessen Arm fiel vom Tresenrand und Joey schlug mit dem Kinn auf dem Holz auf. Mark griff sich ein Sodasiphon und sprühte Joey an. Der blubberte, wachte aber nicht auf. „Kein Waterboarding in meinem Pub“, sagte Barney und nahm Mark den Siphon wieder ab. „Wenn du das klären willst, dann musst du mit Sid sprechen. Joey kann nichts dafür.“ Mark schlug die flache Hand auf den Tresen und machte kehrt. Als er die Tür erreichte, schlug Barney die Glocke und rief „Last Call“.

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