(328) Wie verabredet rief Bobby die Handynummer von Dr. Klutz an…

von Alain Fux

Wie verabredet rief Bobby die Handynummer von Dr. Klutz an, als er vor dem Haus stand. Dann stieg er hoch in den dritten Stock und wartete im Treppenhaus. Die Eingangstür zu „Dr. Thomas Klutz, Allgemeinmedizin“ öffnete sich und Klutz kam heraus. Er schloss die andere Wohnungstür auf und zog Bobby hinter sich herein. Die Nachbarwohnung war fast vollständig leer, nur in der Küche stand ein Kühlschrank.

Klutz hatte sie angemietet, um dort die Mittel aufzubewahren, die er den Sportlern unter seinen Patienten persönlich verkaufte. Er nahm Bobby den Karton ab und öffnete ihn. Dann räumte er die Portionen in den Kühlschrank ein. „Wie geht es denn so, Bobby?“, fragte er während er ein Fläschchen nach dem anderen umpackte. „Alles im grünen Bereich, Doktor“, antwortete Bobby. Das Licht aus dem Küchenfenster traf Bobby am Gesicht. Klutz hielt inne und schaute ihn an. „Das war wirklich mieses Zeug, das sie dir verkauft haben“, sagte er kopfschüttelnd. „Ja, das hätte auch besser gehen können.“ – „Das war aber nicht Brechel, oder?“ – „Nee, das war davor. Den kennen Sie nicht. Der ist auch nicht mehr im Geschäft.“ – „Wie hieß er?“ – „Walter Koch. Genannt Anna Kochika.“ – „Und was wurde aus ihm?“ – „Brechel kam und dann ist er weggezogen. Hat aufgehört. Wohnt am Stadtrand.“ – „Was? Du weißt, wo er wohnt und du machst nichts?“

Bobby hockte an der Küchenwand gelehnt und schaute aus dem Fenster in den Himmel. „Hast du wenigstens Geld von dem bekommen?“ – „Nee, das hat irgendwie nicht so gepasst. War auch nicht Walters Schuld. Er hat das Zeug ja auch genommen.“ – „Sieht er so aus wie du?“ – „Nee, das nicht. Aber er hatte mich mal im Krankenhaus besucht und gesagt, dass er es auch genommen hat. Er sagte, dass es ihm auch nicht gut ging.“ Klutz hatte den Karton geleert und faltete ihn platt. Er gab ihn Bobby. „Schmeiß das mal in die Papiertonne unten im Hof. Du solltest dir den Typ, diesen Walter Koch, mal vorknöpfen. Der hat dich verascht. Verkauft dir dieses Schmutzzeug und erzählt dir dann Geschichten vom Pferd.“ Beide standen auf. „Meinen Sie, dass meine Haut auch wieder heller wird?“ – „Alles ist möglich, Bobby. Du darfst die Hoffnung nicht aufgeben. Es braucht nur ein Wunder dazu. Ich könnte dir nicht mal sagen, warum sie dunkel wurde.“ – Naja, immerhin erspart es mir die Sonnenbank.“ Sie verließen die Wohnung. Klutz schloss hinter sich ab. Er drückte Bobby die Hand. „Alles Gute, Bobby. Bis zum nächsten Mal.“ – „Danke, Doktor. Man sieht sich.“