(324) Nach dem Start von dem kleinen Regionalflughafen überquerte die Piper die umliegenden schneebedeckten Wälder.

von Alain Fux

Nach dem Start von dem kleinen Regionalflughafen überquerte die Piper die umliegenden schneebedeckten Wälder. Die Sonne schien, es war ein angenehmer Tag und er hatte gerade ein gutes Geschäft abgeschlossen.

Merrill Womach summte ein Lied, als plötzlich eines der beiden Triebwerke aussetzte. Er beugte sich nach links, konnte aber keinen Schaden erkennen. Dann setzte das rechte Triebwerk aus. Er bemühte sich, die Triebwerke wieder zu starten, aber nichts passierte. Die Flugzeugnase senkte sich nach unten und er schien geradewegs in den Wald zu stürzen. Er wollte eine Schleife drehen und wieder auf der Startbahn aufzusetzen, aber dafür blieb ihm keine Zeit.

Er steuerte die Piper auf einen Acker und hoffte, in einem halbwegs flachen Winkel runter zu kommen. Das kleine Flugzeug pflügte sich in den Acker, kam zum Stehen und dann explodierte der Kerosintank.

Womach hatte kurz das Bewusstsein verloren und erlebte den grellen Feuerblitz nicht. Als er wieder zu sich kam, stand alles um ihn herum in Flammen. Er schaffte es, sich aus dem Sicherheitsgurt zu befreien, die Cockpittür aufzustoßen und über die brennende Tragfläche auszusteigen. Er wälzte sich am Boden, um die Flammen zu löschen. Trotz seiner Verletzungen schleppte er sich quer über den Acker zu einer Straße, die er beim Landen bemerkt hatte.

Zwei Männer, die in ihrem Wagen unterwegs waren, hatten den Absturz gesehen und waren zum Unfallort gefahren. Sie waren geschockt, als Womach sich ihnen mit schlimmen Verbrennungen und rauchender Kleidung näherte. Sie legten ihn vorsichtig auf Decken in den Wagen und fuhren mit großer Geschwindigkeit zum nächsten Krankenhaus. Während der Fahrt fing Merrill Womach an zu singen, das gleiche Lied, das er beim Start des Flugzeugs gesummt hatte. Seine Tenorstimme hatte den Unfall unbeschädigt überstanden. „He has promised to dry every tear from my eye, I will trust him today, the skies are grey, I’ll be happy again.“

Auch im Krankenhaus sang er weiter. Die Ärzte sagten, es sei der Schock. Er hatte Verbrennungen dritten Grades am ganzen Körper. Seine Frau beschrieb, dass er aussah wie ein Marshmellow, das man im Feuer gelassen hatte, bis es schwarz war. Später sagte Womach, dass er die ganze Zeit über die Gewissheit hatte, dass Gott an seiner Seite war und ihn aufmunterte, nicht aufzugeben. Er überstand nicht nur den Unfall, sondern auch die Schmerzen und die Hauttransplantationen danach. Er wollte fortan sein Leben dazu nutzen, seinen Mitmenschen Gott näher zu bringen. Er wollte ein Beispiel sein.

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