(146) Prinzessin Yasmina wird vom Zwitschern eines wunderschönen bunten Vogels geweckt…

von Alain Fux

„Prinzessin Yasmina wird vom Zwitschern eines wunderschönen bunten Vogels geweckt, der auf dem Nachttisch sitzt. Sie könnte noch im Bett bleiben, aber es gibt so viel zu erleben, dass sie gleich aufsteht. Vom Fenster ihres Zimmers im höchsten Turm des Schlosses kann sie ihr ganzes Land sehen, vom Meer bis zu den Bergen. Überall scheint die Sonne und das Land ist sehr grün. Zum Anziehen liegt ein wunderschönes Kleid bereit, das gut zu der kleinen Krone passt, die sie am Ende aufsetzt.

Beim Frühstück sitzt sie mit ihren wichtigsten Beratern zusammen, die ihr Vorschläge machen, wie sie den Tag verbringen kann. Yasmina könnte zum Beispiel stundenlang auf dem Treppengeländer herunterrutschen. Oder in dem großen Tanzsaal mit dem Ball spielen. Oder in den Stall gehen und die Kaninchenbabys begrüßen. Natürlich würde sie viel nach draußen gehen an die frische Luft. Zum Beispiel könnte sie mit einem großen Schiff über alle ihre Seen und Flüsse fahren und ihre Untertanen besuchen. Dabei würde sie ihren Gemahl, den Prinzen Hubertus, mitnehmen. Mit ihm könnte sie auf die Jagd gehen, aber es würde dabei natürlich nie geschossen werden. Alle ihre Untertanen würden sie lieben, denn sie wäre eine sehr großzügige Prinzessin. Überall wäre sie gerngesehen. Bei Festen würde sie den Tanz eröffnen und bis in die Nacht herumwirbeln. Sie würde viel ausreiten und dabei die Wälder und Berge erkunden.“

„Gibt es denn auch einen König“, fragte Jaap. „Ja, den gibt es. Aber er ist sehr weit weg, hinter den Bergen. Prinzessin Yasmina sieht ihn manchmal, aber nur ganz selten. Das ist auch nicht schlimm, denn ihre Untertanen sind auch sehr zufrieden mit ihr und wollen den König gar nicht mehr. Nur die Königin kommt manchmal auf Besuch. Sie darf dann mit ausreiten oder reisen. Aber sie darf der Prinzessin nicht sagen, was sie tun darf und was nicht.“ – „Natürlich nicht“, pflichtete Jaap ihr bei. „Es gibt auch eine Hexe, die versucht, alle zu verzaubern. Die einen versucht sie in Steine zu verwandeln, die anderen in Tiere. Aber die Prinzessin kann immer den bösen Fluch aufheben und alles wieder heil machen.“ – „Das klingt ja alles sehr aufregend“, meinte Jaap. „Prinzessin zu sein heißt aber auch, dass du verantwortlich bist, dass alles funktioniert und deine Untertanen glücklich sind. Wer macht denn die Arbeit, damit alles rund läuft?“ – „Das ist überhaupt kein Problem“, antwortete Jessica, „dafür habe ich einen Verwalter, Herrn Mayer.“

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