(48) Gene drehte noch einmal an Chucks Arm…

von Alain Fux

Gene drehte noch einmal an Chucks Arm und wollte gerade fordern, dass Chuck um Entschuldigung bitten sollte, als er merkte, dass ein Wagen hinter dem Buick angehalten hatte. Er drehte seinen Kopf dahin: es war ein feuerroter Fiat 131 Mirafiori mit verdunkelten Schreiben. Auch Philip starrte darauf. Chuck wimmerte vor sich hin, Richard war weiterhin still.

Nach einiger Zeit wurde das Fenster am Fiat etwas herunter gedreht. Zigarettenrauch kam heraus. Im Radio lief ein Werbejingle: „Benthams Pillen wirken intensiv lang, sicher und schnell, fruchtig und pur. Buck FM.“ Das Radio wurde ausgemacht und das Fenster rollte jetzt komplett runter. Am Steuer des Wagens saß ein massig aussehender Mann. Er hatte lange gelockte weiße Haare und einen ebenso weißen Rauschebart. Zwischen Zeige- und Mittelfinger der linken Hand hielt er eine Zigarette und auf der Nase trug er eine schwarze Ray-Ban Wayfarer Brille. Sonst schien das Auto leer zu sein.

Der Fahrer drehte den Kopf zu Gene und starrte ihn an. Gene stand regungslos da. Mit einer Hand hielt er Chucks Handgelenk fest und in der anderen seinen Teleskopstock. Chuck fragte, was los sei. Keiner antwortete. Richard erwachte aus seiner Bewusstlosigkeit und stand auf. „Scheiße“, jammerte er und hielt sich den Kopf. Gene konnte den Blick des Unbekannten nicht ertragen und schaute weg. Der Fahrer hatte seine Zigarette ausgeraucht und schnippte die Kippe aus dem Fenster vor Genes Füße. Gene schaute hinunter. Er trat die glimmenden Reste aus.

„Es reicht jetzt, wir gehen“, sagte Philip schließlich. Er nahm Gene den Schlagstock ab und warf ihn in den Wald. Dann half er Chuck aufzustehen. Gene schaute unentschlossen zu. Als Chuck und Richard im Wagen saßen, kurbelte der Fahrer des Fiat das Fenster wieder hoch und fuhr wieder. Dabei ließ er seine Fünftonhupe erklingen.

Zwei Tage später war Gene wieder in der Nacht im Buick unterwegs. Diesmal war er alleine. Er hatte den Auftrag eine Bücherkiste in Boston abzuholen. Von diesem Auftrag kam er nicht zurück.

Philip Paluzzi versuchte den Zwischenfall mit Brewster und Warren ungeschehen zu machen, aber in Kürze war die Geschichte an der Universität allen bekannt. Es wurde ihm vom Dekan nahegelegt, freiwillig Konsequenzen zu ziehen. Philip verließ Harvard und konnte seinen Vater davon abbringen, diese Schmach zu rächen. Paluzzi beschloss, die Fortbildung seines Sohns zunächst zur Familie nach Sizilien zu verlagern. Danach würde man sehen. Für einen Paluzzi gab es immer einen Platz.

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