(264) Natascha sah sich im Traum ganz nahe an dem tiefen Graben im Zoo.

von Alain Fux

Natascha sah sich im Traum ganz nahe an dem tiefen Graben im Zoo. In der Hand hielt sie eine Erdnuss. Auf der anderen Seite des Grabens stand ein Elefant. Er streckte seinen Rüssel zu ihr aus, aber er konnte die Erdnuss nicht erreichen. Auch als Natascha ihren Arm ganz weit ausstreckte, war der Rüssel immer noch zu kurz.

Der Elefant lehnte sich nach vorn. Dadurch verlor er das Gleichgewicht und stürzte in den Graben. Als er unten war und heraufschaute, trötete er ganz kläglich. Natascha fühlte sich schlecht, denn eigentlich war es ja ihre Schuld gewesen. Ihr Arm war einfach zu kurz. Sie warf eine Erdnuss in den Graben zu dem Elefanten.

Um Natascha herum versammelten sich Leute, die alle riefen: „Der arme Elefant, was können wir bloß tun? Muss er jetzt in diesem tiefen Graben sterben?“

Plötzlich erschien Papi auf der anderen Seite des Grabens. Sie rief ihm zu: „Der Elefant, Papi, du musst den Elefanten retten!“

Ihr Vater gab ihr das Daumenhoch-Zeichen und schaute sich um. Er erblickte etwas, lief nach rechts und kehrte gleich darauf mit einem dicken, langen Seil zurück. Er band eine große Schlinge in ein Ende und warf das Seil hinunter zu dem Elefanten, der mit den Vorderbeinen hineintrat. Papi zog das Seil an, es umschloss jetzt die Brust des Elefanten, der erwartungsvoll zu Natascha hochsah. Ihr Vater stemmte sich in den Sand und gurtete das Seil um seinen Körper.

Dann zog er… aber nichts passierte. Er zog noch einmal und der Elefant kam ein Stückchen hoch. Immer wieder zog Vati an dem Seil. Nach einiger Zeit stand der Elefant wieder oben neben Vati. Alle Leute klatschten.

Der Zoodirektor ging zu Vati und heftete ihm einen Orden an. Er sprach: „Vielen, vielen Dank, Sie haben unserem Elefanten das Leben gerettet. Sie sind ein Held. Ab jetzt dürfen Sie und Ihre Tochter Natascha immer und für alle Zeit gratis in den Zoo kommen.“

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