(214) Schon als Kind hatte Matthias einen speziellen Bezug zu Babys gehabt.

von Alain Fux

Schon als Kind hatte Matthias einen speziellen Bezug zu Babys gehabt. Sie schienen sich bei ihm wohl zu fühlen und wenn er mit ihnen spielte, beruhigten sie sich sofort. Als Jugendlicher war er sehr beliebt als Babysitter. Deshalb war sein Weg auch vorgezeichnet: Er wollte in einer Kinderstation im Krankenhaus arbeiten.

Er absolvierte seine Ausbildung zum Krankenpfleger und war schließlich an seinem Ziel angelangt. Es gab niemanden auf der Station, der sich mit einer ähnlich großen Hingabe um die Neugeborenen kümmerte. Er konnte sein Wissen ebenfalls sehr gut an unerfahrene Mütter weiter geben. Der Oberarzt lobte ihn, auch im Kreis der Kollegen, als eine wesentliche Stütze der Abteilung.

Seine negativen Reaktionen auf das Geschrei der Babys hatten sich sehr schleichend entwickelt. Zuerst waren es einfache Kopfschmerzen, die er mit Tabletten bekämpfte. Die Anfälle wurden aber immer heftiger und er stellte den Zusammenhang zwischen Babygeschrei und Kopfschmerzen fest. Wenn im Dienst ein Baby zu schreien anfing, war es bereits eine Qual für ihn. Wenn weitere folgten, und das war oft der Fall, konnte er nicht mehr weiterarbeiten.

Matthias begab sich in Behandlung. Nach eingehenden Untersuchungen ging man davon aus, dass die Ursache psychischer Natur sei. Als Folge davon wurde er als arbeitsunfähig krankgeschrieben. Seine Lebenslust war dadurch stark gedämpft, weil er Kinder sehr mochte und ihm seine Tätigkeit als Pfleger für Neugeborene alles bedeutete.

Das hatte wiederum dazu geführt, glaubte er, dass er nach seiner Krankschreibung auch weiter unter massiven Kopfschmerzattacken litt. Neben der Gruppentherapie suchte er nach anderen, alternativen Möglichkeiten, um seine bedauerliche Situation zu verändern. Da er viel Zeit hatte, beschäftigte er sich fast ausschließlich mit sich selbst. Und er fand, dass die anderen Teilnehmer der Therapierunden vielleicht Recht hatten: Es fehlte ihm vielleicht nur an der richtigen Einstellung.

Deshalb besuchte er eine Veranstaltung des Motivationstrainers Jay Malek.

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