(206) Der Versender des Grabsteins war Allen Hock, Geralds Bruder.

von Alain Fux

Der Versender des Grabsteins war Allen Hock, Geralds Bruder. Allen war Offizier in der Heilsarmee. Er hatte zunächst als Kadett eine Offiziersausbildung besucht und war nach seiner Beförderung zum Lieutenant nach Jamaika geschickt worden. Was ihm an der Heilsarmee gefallen hatte, war die konsequente und tatkräftige Art der Hilfe für Menschen in Not.

Anlässlich seiner Reise nach Jamaika verließ Allen die USA zum ersten Mal in seinem Leben. Nach Aussage von Gerald war er schockiert von den einfachen Verhältnissen, in denen Jamaikaner leben mussten. Allen wollte etwas tun, um ihr Leben zu verbessern. Leider waren die Mittel der Heilsarmee für Jamaika sehr begrenzt und es erwies sich als sehr schwierig, lokale Sponsoren zu finden.

Allen überlegte und kam auf die Idee, das in Jamaika im Überfluss verfügbare Marihuana in die USA zu schicken und das Geld aus den Erlösen in Jamaika in die Armenhilfe zu stecken. Er hatte seine Pläne nur mit seinem Bruder Gerald besprochen, denn er glaubte, dass die Heilsarmee für solche Aktionen noch nicht reif sei. Gerald hatte die Idee mit dem Grabstein gehabt, weil es ihm sehr unwahrscheinlich schien, dass Zöllner einen Grabstein zerschlagen würden. An die Möglichkeit, den Stein mit Röntgenstrahlen zu durchleuchten, hatte er nicht gedacht. Auch hatte er nicht geglaubt, dass Drogenhunde auch die kleinsten Anhaftungen am Beton erschnüffeln konnten.

Auf Nachfrage der Polizisten gab Gerald an, dass er noch keine Abnehmer für die Drogen gesucht hatte. Er hatte zuerst die Ware in der Hand halten wollen, denn er hatte erwartet, dass man ihn sonst nicht ernst nehmen würde. Ein Unrechtsbewusstsein hatte er nicht, schließlich wurde sowieso Marihuana geraucht und die Aktion war für einen guten Zweck.

Um zu verhindern, dass er seinen Bruder warnen konnte, wurde Gerald in Untersuchungshaft genommen.

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