(138) Orangefarbene Zentaianzüge waren zwar nicht Zombie-Canon…

von Alain Fux

Orangefarbene Zentaianzüge waren zwar nicht Zombie-Canon, sahen aber sehr spektakulär aus. Konstantin und Volker waren nicht die Einzigen, die dem Thema der Party nicht vollständig entsprachen. Die Kostümierung eines Bankers, der im Straßenanzug aufkreuzte, erschloss sich erst nach einigem Überlegen. Dann gab es eine große, als Catwoman verkleidete Frau, die von einem Kleinwüchsigen im Pinguin-Kostüm begleitet wurde. Ansonsten gab es viel Blut, Hirn und Gedärme, wie es Volker ausdrückte. Manche Verkleidungen sahen sehr professionell aus, als ob ein Maskenbildner stundenlang daran geschuftet hätte. Volker stürzte sich auf den Tisch mit den Getränken, in dessen Mitte eine Bowle aus schäumendem Blut stand.

Auf einer Couch im mittleren Zimmer erblickte Konstantin zwei Mädchen, die ihn anzogen. Beide hatten je ein Auge mit Gaze verbunden, das andere war Hämatom-rot angemalt. Im Gesicht und auf der Kleidung hatten sie Blutspritzer. Beide trugen weiße T-Shirts, aber mit unterschiedlichen Aufschriften: ‚I kill everything I fuck‘ und ‚I fuck everything I kill‘.

„Hey“, sagte er zu den beiden, „wie gefährlich ist es, hier bei euch zu sitzen?“ – „So lange wir nur hier sitzen, ist alles im grünen Bereich“, meinte I-Fuck ernst. I-Kill musste lachen. Er setzte sich dazu. „Tolles Outfit“, meinte I-Kill, „Mann oder Frau? Und warum die Kamera?“ Jetzt musste Konstantin lachen. „Mann, hört man doch wohl. Und ich bin Fotograf.“ – „Stimmen sind bei Zombies nie eindeutig. Wir zum Beispiel sind Männer.“ Jetzt war es an I-Fuck zu kichern. „OK, Männer, klasse Shirts. Gefällt mir.“ – „Haben wir von einem Foto aus dem Internet“, erklärte I-Kill. „Wo hast du deine Klamotten her?“ – „Ich muss das jeden Tag tragen, damit ich alle Körperteile beieinander halte. Sonst verliere ich hier einen Arm, da ein Bein und die Hirnmasse tropft runter. Außerdem ist es sauberer.“ – „Ich verstehe“, sagte I-Kill und rückte näher, „hast du Lust zu ficken?“

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