(78) Anton hielt Jonathan die Räuberleiter.

von Alain Fux

Anton hielt Jonathan die Räuberleiter. Gerade, als Jonathan sein Bein über den Zaun schwang, traf Anton ein dumpfer Schmerz am Knie, er sackte zusammen, Jonathan hing mit dem Unterschenkel am Zaun wie eine Fliege am Klebeband. „Ihr dreckigen perversen Schweine“, zischte Lothar Schulte, der Kassengestellträger, der ihnen aus dem Haus gefolgt war. Jetzt hob er seinen Stock über Anton, als wolle er ihm mit einem Schlag den Garaus machen.

Anton gab sich einen Ruck und wälzte sich in Schultes Richtung. Damit brachte er den Greis aus dem Gleichgewicht. Er rollte über Anton hinweg gegen den Zaun. In der Zwischenzeit hatte Jonathan sein Bein lösen können und ließ sich auf den Aggressor plumpsen, dem durch das Gewicht hörbar die Puste ausging. Jonathan erhob sich von Schultes Rumpf und betrachtete im Mondlicht den nunmehr wehrlosen Feind. Schultes Haare fielen wirr in die Stirn, die Brille war verrutscht und der Mund stand offen. Man konnte seine schiefen Zähne sehen.

Jonathan zog ihm die Brille von der Nase und brach das Gestell am Steg entzwei. „Was du nicht siehst, wird dir keine schlaflosen Nächte mehr bereiten“, murmelte er und warf die Bruchstücke von sich. Schulte stöhnte und rieb sich die Schulter. Aus seiner Lederjacke zog Jonathan die halbleere Flasche Gin, die er trotz der Eile noch ergriffen hatte. Er öffnete den Verschluss, nahm einen kleinen Schluck und schüttete den Rest Schulte ins Gesicht. „Das wird dein Gespräch mit der Polizei erleichtern“, feixte er, bevor er auch die Flasche weit von sich warf.

„Sancho Pansa“, befahl er Anton, „in Position, wir machen einen Abgang. Hier geht nichts mehr.“

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