(65) Oliver lachte feist…

von Alain Fux

Oliver lachte feist, Popcorn fiel ihm dabei aus dem Mund. Er und Stefan hatten den Nonnen auf den Autoskootern zugeschaut. Stefan hatte dazu einen Witz erzählt, in dem auch Nonnen und Knuppautos vorkamen. Oliver fand den Witz brüllend komisch. Die Mädels lachten nicht mit, sie hatten die Pointe wohl nicht verstanden. Er wollte den Witz gerade erklären, als ihm Stefan den Ellbogen in die Seite rammte. „Schau mal, das ist doch dieser steinreiche Typ, der die Villa der Hohmanns gekauft hat.“ Oliver schaute genauer hin. „Ja, du hast recht“, bestätigte er. „Wer ist denn das?“, fragte Jacqueline. Claudia zuckte mit den Schultern. „Süßer“, wandte sie sich an Oliver, „ich muss mal für kleine Prinzessinnen. Kannst du mir Geld geben?“ Oliver kramte in seiner Jeans, zog ein Geldbündel heraus, pellte einen Schein ab und hielt ihn Claudia hin. Als sie ihn nehmen wollte, zog er ihn zurück, präsentierte ihr stattdessen seinen weitgeöffneten Mund und knutschte sie ab. Dann gab er ihr den Geldschein. Er schaute ihr nach, als sie Richtung Toiletten verschwand. „Ob die wohl ihre engen Jeans alleine runter kriegt“, fragte er seinen Zwillingsbruder lüstern. „Sie wird schon jemanden finden, der ihr dabei hilft“, meinte Stefan trocken. Jacqueline wieherte.

„Vater hat mir gesagt, dass der Typ ein Verbrecher ist. So ein richtiger Gangsterboss“, erklärte Stefan. „Wollen wir mal rübergehen und uns vorstellen?“, schlug Oliver vor. „Vergiss es. Das käme nicht gut.“- „Wie lange wollen wir hier noch rumhängen“, quengelte Jacqueline, „es ist öde hier. Wenn schon Nonnen Autoskooter fahren… Was ist das für ein Kaff hier?“ Sie warteten noch auf Claudia und fuhren dann mit Stefans Cabrio zu dem Elternhaus der beiden Brüder. Es war zwei Straßen von Antonios Villa entfernt, sogar noch größer als diese und lag versteckt hinter einer langen Auffahrt in einem Park. Die Eltern waren im Urlaub in Miami, das Hauspersonal hatte frei, es war sonst niemand da.

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