(61) Als Hans Rombach zum Auto zurückging…

von Alain Fux

Als Hans Rombach zum Auto zurückging, begegnete er einem Mann in schwarzem Anzug und Hut. Vorn und hinten trug er an Seilen befestigte Werbetafeln. Hans hatte solche Tafeln bisher nur im Film oder auf Fotos gesehen. Vorn auf der Tafel stand: ‚Das Ende ist nahe.‘ Der Mann bewegte sich geradewegs auf Hans zu. Irgendetwas an dem langsamen, bestimmten Gang des Fremden interessierte Hans und er stoppte. Als Jobst Feldmann auf gleicher Höhe wie Hans Rombach war, blieb auch er stehen. Beide sahen einander erwartungsvoll an.

„Und, welche Informationen haben Sie für mich“, fragte Rombach. Feldmann hob das Schild an und antwortete: „Das Ende ist nahe.“ – “ Es ist wahrscheinlich nicht originell, aber Sie wissen ja, dass alles ein Ende hat, nur die Wurst nicht, denn die hat zwei.“ – „Das hat mir noch niemand gesagt“, entgegnete Feldmann. „Im Ernst?“ – „Nein, das war ein Scherz.“ Feldmann verzog den schmalen Mund zu einem Lächeln dabei. „Um welches Ende geht es denn?“ Feldmann drehte sich um. Die Aufschrift auf dem rückwärtigen Schild war ‚Bad Buchtal geht vor die Hunde‘. „Aha“, bemerkte Rombach, „einen Augenblick hatte ich Angst. Aber was soll denn an diesem schönen Ort passieren. Hat man vor, ein Atommülllager hier anzulegen? Oder soll eine Talsperre den Ort fluten?“ – „Nein, das Böse ist hierhergekommen.“

Rombach zog das Foto aus der Innentasche seiner Windjacke und hielt es Feldmann hin. Mit dem Daumen hielt er Eva abgedeckt. „Sieht es so aus?“, fragte er. „Nein“, antwortete Feldmann, „mein Böses sieht anders aus.“ – „Ich mache Ihnen einen Vorschlag“, sprach Rombach. „Wir gehen einen trinken und Sie erzählen mir von Ihrem Bösen und ich erzähle Ihnen von meinem.“ Feldmann nickte, „Einverstanden, guter Vorschlag. Gehen wir doch an die Hotelbar.“ – „Das“, Rombach wiegte seinen Kopf hin und her, „möchte ich nicht. Gehen wir in das Wirtshaus da vorne. Wenn Sie wollen, können Sie die Schilder in meinen Kofferraum legen.“ – „Das ist nicht nötig, man kennt mich hier“, erwiderte Feldmann stolz und machte den ersten Schritt in Richtung Bürgerschänke.

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